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Chili: die kleinen scharfen und gesunden Früchtchen

Chili

Schon die Inkas und Azteken schworen auf den zu den Nachtschattengewächsen gehörenden, leuchtend roten Chili. Heute ist er mit fünf Arten innerhalb der Pflanzengattung Paprika und circa dreitausend Sorten vertreten. Sie alle unterscheiden sich in ihrer Farbintensität, Größe und Geschmack.

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Chili, botanisch Capsicum, ist eines der meistverbreiteten Gewürze weltweit. Es ist in fast jeder Küche zu finden und sorgt hier für spannende Geschmackserlebnisse. Außerdem wirken sich seine Inhaltsstoffe, vor allem das Capsaicin, positiv auf Deinen Körper aus.

Wo der Chili herkommt, wann er Saison hat, wie er angebaut und gepflegt wird und welche Inhaltsstoffe er hat, das alles kannst Du in den nachfolgenden Ausführungen nachlesen.

Chili – die Herkunft und die Geschichte

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Die Geschichte des Chilis geht weit in die Geschichte der Menschheit zurück. Chili soll bereits vor circa 10.000 Jahren von den Ureinwohnern in den Urwäldern Mittel- und Südamerikas angebaut worden sein.

Sein Ursprung liegt gemäß nachweislichen Hinweisen von amerikanischen Forschern in Peru und Mexiko. Es war allerdings Christoph Columbus, der anno 1492 nicht nur den Kontinent Amerika entdeckte, sondern er war es auch, der die scharfe Chilischote nach Spanien brachte. Dies belegen Aufzeichnungen über seine zweite Reise in seinem Tagebuch. Von hier aus eroberte der Chili nicht nur ganz Europa, sondern auch Asien und Afrika.

Seinen Namen „Chili“ verdankt das Gewürz der alten indigenen Sprache Nahuatl, die von den Azteken und den mit ihnen verwandten Nahua-Völkern gesprochen wurde. Das in Nahuatl gesprochene „Chilli“ wurde aber dann in das spanische „Chile“ umgewandelt. Das Gewürz Chili trägt seinen Namen also schon sehr lange und hat ihn dem mittelamerikanischen Indianerstamm der Azteken zu verdanken.

Chili – die Saison

Wenn die Chilischoten prall, gesund und rot aussehen, dann sind sie reif. Dies ist meist Ende Juli / Anfang August der Fall. Das heißt, Chili kann ab Ende Juli geerntet werden.

Dazu sind die Chilifrüchte vorsichtig von den Stängeln zu entfernen. Um die Pflanzen bei diesem Vorgang nicht zu verletzten, bietet es sich an, wenn Du ein scharfes Gartenmesser oder eine Schere für das Ernten der Schoten benutzt. Sind die Chilifrüchte jedoch überreif, das heißt matschig, sind sie nicht mehr verwendbar.

Es ist auch darauf zu achten, dass Chilis bei Temperaturen unter zehn Grad Celsius nicht mehr reifen. Dies ist der Zeitpunkt, die Pflanzen zur weiteren Reifung beispielsweise in den Wintergarten zu verbringen oder auf eine sonnige Fensterbank im Haus zu stellen.

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Chili – Anbau und Pflege

Chilipflanzen sind aufgrund der Beliebtheit von Chili beim Würzen von Speisen sehr oft im eigenen Garten oder auf dem Balkon zu finden. So hast Du nicht nur Freude an den dekorativen weißen, zarten Blüten und farbenfreudigen Früchten, sondern Du hast auch gleich frische Chilis zur Hand, wenn Du sie brauchst.

Doch beim Anbau und der Pflege musst Du einige Kriterien beachten.

Der Anbau

Die Aussaat der Chili-Samen erfolgt aufgrund ihrer recht langen Entwicklungszeit bereits ab Januar bis Mitte März. Hierfür sind die klassischen Anzuchttöpfe mit einer guten Anzuchterde optimal.

Es ist zu beachten, dass die Chili-Samen für das Keimen eine Temperatur von circa 25 Grad Celsius benötigen. Außerdem ist das Substrat in der Keimungsphase immer feucht zu halten.

Haben die Pflänzchen das Vierblatt-Stadium erreicht, kannst Du sie pikieren und umtopfen. Erst ab Mitte Mai sind die kleinen Pflänzchen dann so weit, um ins Freiland gesetzt zu werden. Kommen die Pflanzen aus dem Frühbeet oder Gewächshaus, dann kann dies schon Mitte April erfolgen.

Ein wichtiges Kriterium ist der richtige Standort der Chilipflanzen. Dieser sollte windgeschützt und warm sein. Am besten eignet sich für Chili ein lockerer, tiefgründiger und humoser Boden. Sandiger Boden ist mit Kompost anzureichern.

Steht der optimale Standort fest, solltest Du den Gartenboden gut auflockern und wenn notwendig, mit Kompost oder einem organischen Langzeitdünger anreichern. Ist dies geschehen, sind die Chili-Pflänzchen in einem Abstand von 40 Zentimetern in das Erdreich zu verbringen. Außerdem sind die Jungpflanzen an einem Pflanzstäbchen zu befestigen und gut anzugießen.

Solltest Du die Chili-Jungpflanzen in einen Kübel oder Topf pflanzen wollen, dann sind Gefäße zu wählen, die mindestens ein Fassungsvermögen von sechs Litern haben. Wichtig ist auch, dass das Pflanzgefäß über eine Drainage aus Blähton oder Tonscheren verfügt und ein Abflussloch für überschüssiges Gießwasser hat. Darüber füllst Du den Kübel bis zu einem Drittel mit Substrat und setzt die Pflanze darauf. Jetzt bedeckst Du sie mit dem restlichen Substrat und gießt sie an.

Wenn Du das Pflanzgefäß nun an einen sonnigen Ort platzierst, fühlen sich die Chili-Pflanzen wohl und gedeihen. Im Winter sind die Chilis jedoch an einen warmen Ort im Haus gut aufgehoben.

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Die Pflege

Chili ist eine anspruchsvolle Pflanze, wenn es um die Pflege geht. Vor allem bei der Bewässerung musst Du darauf achten, dass sie nicht austrocknet und dass keine Staunässe entsteht. Dies würde der Pflanze schaden, da die Wurzeln ersticken und sich schädliche Pilze bilden könnten. Darum solltest Du erst wieder gießen, wenn die oberste Substratschicht trocken ist.

Sind aber die Blätter am Welken, wird es höchste Zeit, der Chili-Pflanze Wasser zuzuführen, und zwar so, dass die gesamte Erde von Wasser durchtränkt ist. Im Sommer an heißen Tagen kann tägliches Gießen notwendig werden.

Das Düngen

Da Chilipflanzen sogenannte Starkzehrer sind, das heißt, sie entziehen beim Wachstum dem Boden sehr viele Nährstoffe, vor allem Nitrate, musst Du sie mit Dünger versorgen. Besonders gut eignet sich zur optimalen Nährstoffversorgung organischer Dünger mit Langzeitwirkung.

Die erste Düngergabe solltest Du gleich nach dem Pikieren und Umtopfen geben. Außerdem kannst Du die Gartenerde vor dem Einpflanzen der Chilipflanzen mit organischem Material wie Kompost anreichern. Du kannst aber auch hier den organischen Langzeitdünger verwenden.

Eine weitere Düngung ist dann nach zwei Monaten und drei bis vier Wochen vor der Ernte wieder fällig

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Das Überwintern

Aufgrund der Tatsache, dass Chilis an das tropische Klima angepasst sind, können sie durch ihre Frostempfindlichkeit nicht im Freien überwintern. Da Chilis mehrere Jahre kultiviert werden können, musst Du sie gut durch den Winter bringen.

Außentemperaturen unter zehn Grad Celsius vertragen sie nicht. Deshalb musst Du die Pflanzen über den Winter an einen hellen, kühlen Raum mit Temperaturen zwischen zehn und 15 Grad Celsius oder einen warmen Ort bis maximal 20 Grad verbringen.

Aber auch im Winter sind die Chilipflanzen regelmäßig zu gießen und zu pflegen. Erst wenn es im Frühjahr wieder warm genug ist, können die Chilis die neue Gartensaison wieder im Freiland beginnen.

Chili – die Inhaltsstoffe und warum er so gesund ist

Dass Chili eine so scharfe Wirkung hat, ist dem Alkaloid Capsaicin geschuldet. Es reizt auf den Schleimhäuten bestimmte Rezeptoren, was zu einer Schmerz- oder Hitzeempfindung, die jedoch als Schärfe wahrgenommen wird, führt.

Des Weiteren enthält Chili Carotinoide, Capsorubin, Capsanthin und die Vitamine B1, B2 und B3, Vitamin C, Vitamin A und E sowie Mineralstoffe wie Kalium, Kalzium, Zink und Eisen.

Mit all diesen Inhaltsstoffen wirkt sich Chili positiv auf die Gesundheit aus. So ist er aufgrund des Inhaltsstoffes Capsaicin, der wesentlicher Bestandteil von Wärmepflastern und Salben gegen Schmerzen des Rückens und der Muskulatur ist, nicht nur schmerzstillend, antioxidativ und entzündungshemmend, sondern er zügelt auch den Appetit und stärkt das Immunsystem.

Chili schützt aber auch das Herz, regt den Stoffwechsel an und senkt das Krebsrisiko. Außerdem hilft er bei Bluthochdruck, Kreislaufbeschwerden, Durchblutungsstörungen sowie bei Migräne und beugt Infektionen vor.

Doch vor allem macht Chili glücklich. Dies liegt daran, dass der Körper die Schärfe des Chilis als Schmerz empfindet. Zu dessen Linderung werden Endorphine, also Glückshormone, ausgeschüttet, was zur Folge hat, dass Dein Wohlbefinden gesteigert wird.

Ansonsten gilt: Beim Verzehr von Chilis solltest Du es mit der Schärfe nicht zu sehr übertreiben, denn diese solltest Du immer als angenehm empfinden.

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Nährwertangaben

100 g scharfe Chili (rot, roh) enthalten:

Nährstoff per 100 g Einheit
Wasser 88 g
Kalorien 40 kcal
Proteine 1,87 g
Fettgehalt 0,44 g
Kohlenhydrate 8,81 g
Ballaststoffe 1,5 g
Zucker 5,3 g
Mineralien
Eisen, Fe 1,03 mg
Kalium, K 322 mg
Kalzium, Ca 14 mg
Kupfer, Cu 0,129 mg
Magnesium, Mg 23 mg
Mangan, Mn 0,187 mg
Natrium, Na 9 mg
Phosphor, P 43 mg
Selen, Se 0,5 µg
Zink, Zn 0,26 mg
Vitamine
Vitamin A, IU 952 IU
Vitamin A, RAE 48 µg
Beta-Carotin 534 µg
Vitamin B1 (Thiamin) 0,072 mg
Vitamin B12 (Cobalamin) 0 µg
Vitamin B2 (Riboflavin) 0,086 mg
Vitamin B3 (Niacin) 1,24 mg
Vitamin B5 (Pantothensäure) 0,201 mg
Vitamin B6 0,506 mg
Vitamin B9 (Folsäure, Folate) 23 µg
Vitamin C 144 mg
Vitamin D 0 µg
Vitamin E 0,69 mg
Vitamin K 14 µg
Lipide
Gesättigte Fettsäuren 0,042 g
Einfach ungesättigte Fettsäuren 0,024 g
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren 0,239 g
Quelle: USDA


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Kategorie: Lebensmittel

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