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Saisongemüse Topinambur: die wahrlich wundervolle Knolle

Topinambur

Topinam… was?!

Zugegeben: Topinambur ist nicht so bekannt wie die Kartoffel, sollte sie aber, denn sie hat richtig viel Potenzial zum Lieblingsgemüse zu werden. Lass dich von uns überzeugen und lerne die Knolle doch einfach mal kennen.

Die unterschätze Verwandte der Sonnenblume

In ihrer Familie tummeln sich richtige Schönheiten und prachtvolle Gewächse. Als Korbblütler ist Topinambur botanisch eng mit der Sonnenblume verwandt – das sieht man ihr auch an, wenn man denn die Pflanze kennt. Wunderschöne gelbe Blüten, ein hoher, krautiger Wuchs und auch noch ziemlich anspruchslos.

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Was uns aber viel mehr interessiert, ist das, was die Pflanze unter der Erde versteckt. Ihre Knolle ist es nämlich, die kulinarisch extrem reizvoll ist. Diese wächst ähnlich wie Ingwer an den Wurzeln der Pflanze und hat von November bis Mai Saison.

Falls du dir den Namen nicht merken kannst, gibt es übrigens Abhilfe. Im Laden wird die Topinambur nicht nur als solche, sondern auch als Erdbirne, Knollensonnenblume oder Erdartischocke verkauft. Im Grunde ist der Name auch egal – ihre Vielseitigkeit macht sie aus.

Die Diabetiker-Kartoffel

Noch ein Name? Ja, leider, oder auch zum Glück, denn als Diabetiker-Kartoffel lässt die Topinambur Millionen Menschen aufatmen, denn sie erweitert das kulinarische Spektrum von Zuckerkranken enorm.

Grund dafür ist der hohe Inulingehalt der Knollen. Obacht – Inulin, nicht Insulin, auch wenn das in Bezug auf Diabetes mellitus der wesentlich bekanntere Begriff sein dürfte. Rund ein Sechstel der Topinambur-Knolle besteht aus wertvollem Inulin, einem Ballaststoff, der den Blutzuckerspiegel nahezu kaltlässt. Und derer gibt es nicht so viele, denn die allermeisten ballaststoffreichen Lebensmittel wirken sich deutlich auf den Blutzuckerspiegel aus.

Nicht nur, dass es den Blutzuckerspiegel kaum tangiert, die Ballaststoffe der Topinambur verzögern sogar die Aufnahme von Zuckermolekülen und verlangsamen den Blutzuckeranstieg spürbar. Noch dazu bindet das Inulin der Topinambur Wasser, macht also länger satt, weil es im Darm aufquillt.

Gut, ein kleines Manko hat die ganze Sache, denn Inulin fördert in größerer Menge die Bildung von Gasen im Darm. Das Ergebnis kannst du dir sicher denken und solltest es vor deinem ersten Versuch mit dieser Knolle einkalkulieren. Bei Topinambur empfiehlt sich ein langsamer Beginn – bist du einmal an die Knolle gewöhnt, bringt sie deine Verdauung auch nicht mehr ganz so schnell aus der Fassung.

Die Knolle für alle

Nicht nur als Diabetiker profitierst du von den Inhaltsstoffen der Topinambur – auch völlig gesunde Menschen finden in ihr ein richtig gutes Gemüse. Inulin kann langfristig die Blutfettwerte senken und die Bildung von wichtigen Bifidobakterien im Darm fördern.

Sogar als krebshemmend wird die Topinambur aufgrund der enthaltenen Chlorogensäure eingestuft, die Salicylsäure gilt als entzündungshemmend und antimikrobiell – übrigens ist das ziemlich genau der Stoff, der auch in Aspirin vorkommt. Kalium– und kalziumreich sowie vollgepackt mit den Vitaminen C, D und vielen B-Vitaminen ist sie auch noch.

Mal im Ernst – diese Argumente würden für zwei Lebensmittel reichen. Kurzum: Topinambur ist richtig gesund.

Die schmeckt nach…

Gesunde Lebensmittel sind super, wenn sie dann auch noch richtig lecker schmecken, umso besser. Gute Nachrichten für Neulinge im Bereich Topinambur: diese Knolle schmeckt!

Einer ihrer Beinamen hat ihr Aroma bereits angekündigt – tatsächlich erinnert der Geschmack leicht an Artischocken. Sie schmeckt nussig und leicht süß, aber eher dezent.

Topinambur-Knollen neigen dazu, ihr Aroma schnell zu verlieren und sollten deshalb nach spätestens einer Woche Kühlschrank den Weg ins Essen gefunden haben. Möglichkeiten gibt es enorm viele, denn die Knolle stellt keine großen Ansprüche an die Zubereitung. Du kannst sie dünsten, backen, braten und auch roh verzehren. Einige Ideen findest du hier bei uns.

Basiswissen Topinambur

Saison

Topinambur könnt ihr von Oktober bis Mai in gut sortierten Gemüseläden oder auf Wochenmärkten kaufen.

Inhaltsstoffe

Rund ein Sechstel der Topinambur-Knolle besteht aus wertvollem Inulin, einem Ballaststoff, der den Blutzuckerspiegel nahezu kaltlässt. Die ebenfalls enthaltenen Chlorogensäure gilt als entzündungshemmend und antimikrobiell. Kalium- und kalziumreich sowie vollgepackt mit den Vitaminen C, D und vielen B-Vitaminen ist sie auch noch.

Nährwerte pro 100 Gramm

Kalorien 31 kcal
Eiweiß 2,44 g
Fett 0,41 g
Kohlenhydrate 4,00 g
Ballaststoffe 12,51 g
Wassergehalt 78,47 %

Einkauf und Lagerung

Einkauf: Die Topinambur-Knolle sollte eine schön glänzende, glatte und unversehrte Schale haben. Eventuell noch an der schale haftende Erde entfernen, darin können sich nämlich leicht Keime vermehren!

Lagerung: Topinambur-Knollen neigen dazu, ihr Aroma schnell zu verlieren und sollten deshalb nach spätestens einer Woche Kühlschrank den Weg ins Essen gefunden haben. Im kühlen Keller halten sie sich deutlich länger.

Einfrieren: Ja, Topinambur könnt ihr tatsächlich einfrieren! Dafür die Knolle waschen, schälen und in kleine Würfel, Stifte oder Scheiben schneiden. Kurz blanchieren, dann kann man sie unbesorgt einfrieren.

Intoleranzen

Intoleranz Geeignet bzw. Inhalt pro 100 g
Gluten-Intoleranz 🙂
Fruktose-Intoleranz Fruktose: 0,04 g, Glucose: 0,08 g

VORSICHT: hoher Inulingehalt (Polysaccharid aus Fructose)

Laktose-Intoleranz 🙂
Histamin-Intoleranz 🙂

Rezepte mit Topinambur

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Rezepte mit Topinambur

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Foto: TwilightArtPictures / shutterstock.com

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