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Alkohol, Schokolade,…? Dos & Don’ts für Gicht-Patienten!

Gicht Ernährung

Millionen Deutsche tragen die schlummernde Gefahr eines nahenden Gichtanfalls mit sich herum.

Wie du herausfindest, ob du dazugehörst, was bei Gicht im Körper passiert und vor allem, wie die richtige Ernährung bei Gicht aussehen kann, fassen wir dir in diesem Artikel zusammen.

Gicht kommt oft über Nacht

Der erste akute Gichtanfall kommt für die meisten Betroffenen völlig überraschend. Klassischerweise in der Nacht oder am frühen Morgen wachen sie auf und werden vom Schmerz schier überrollt. Dazu sind die Gelenke – meist die der Finger oder Zehen, aber auch des Knies – stark geschwollen und heiß. Auch Fieber kann hinzukommen.

Innerhalb einiger Stunden oder Tage klingen Schwellung und Schmerzen wieder ab, kommen aber wieder und das in leider immer kürzer werdenden Abständen. Eine Behandlung beim Arzt ist unumgänglich, um diese Serie zu unterbrechen.

Besonders gemein dabei ist, dass viele Risikopatienten vor dem ersten Anfall nicht wissen, dass sie Risikopatienten sind, denn die Gicht kündigt sich nicht an, sondern tritt meist überfallartig auf. Doch wer weiß, was bei der Gicht, medizinisch auch Urikopathie, im Körper passiert und warum das so ist, kann das eigene Risiko deutlich besser einschätzen.

Was sind die Ursachen von Gicht?

Die Ursache der schmerzhaften Gichtanfälle liegt in einem erhöhten Harnsäurewert. Dieser kann aufgrund einer angeborenen Stoffwechselerkrankung auftreten, bei der die Nieren zu wenig Harnsäure ausscheiden oder weil die Harnsäureproduktion aufgrund eines genetischen Defekts erhöht ist.

Sehr oft spielt aber auch die Ernährung eine wichtige Rolle, denn Gicht ist auch eine sogenannte Wohlstandskrankheit, die vor allem durch sehr purinreiche Ernährung begünstigt wird. Bis ins 19. Jahrhundert hinein hatte die lästige Krankheit den vornehmen Beinamen „Krankheit der Könige“, denn vor allem männliche und gut situierte Menschen gehörten zu den Betroffenen, weil sie sich das entsprechende purinreiche Essen leisten konnten.

Am Männeranteil unter den Betroffenen hat sich seitdem wenig geändert, denn Frauen haben dank des Hormons Östrogen vor den Wechseljahren quasi einen natürlichen Schutz vor akuter Gicht. Doch auch sie können von den Gelenkschmerzen ereilt werden, wenn auch deutlich seltener als Männer.

Was passiert bei Gicht im Körper?

Wie aber kommt es nun zum Gichtanfall? Das Schlagwort purinreiche Ernährung fiel bereits. Vorausgesetzt es handelt sich nicht um eine angeborene Erkrankung, schleicht sich Gicht manches Mal mit den Jahren über eine falsche Ernährung in den Körper ein.

Werden über einen langen Zeitraum zu viele Nahrungspurine aufgenommen, steigt der Harnsäuregehalt im Blut, denn Purine werden im Körper zu Harnsäure abgebaut.

Viele Harnsäurekristalle, die nicht rechtzeitig oder in ausreichender Menge ausgeschieden werden, verbinden sich zu kleinen knötchenartigen Inseln, den sogenannten Gichtknoten oder auch Gicht-Tophi. Und diese Knötchen, quasi Klumpen aus vielen, vielen Harnsäurekristallen, lagern sich am Gelenk ab und sorgen dort für chronische Gelenkentzündungen oder auch Nierensteine.

Im schlimmsten Fall kann es sogar zu Nierenversagen kommen. Um das zu vermeiden, gilt es also vor allem die erhöhte Harnsäure im Körper zu reduzieren. Das Zauberwort: purinarme Ernährung!

Purinarme Ernährung bei Gicht

Wo aber steckt nun überall Purin drin? Wie viel Purin ist in Ordnung und ab welchem Purin-Gehalt gehört ein Lebensmittel auf die Verbotsliste für Gichtpatienten?

Gicht Ernährung

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Wenn wir uns an die Krankheit der Könige erinnern, bekommen wir einen ersten Hinweis auf sehr purinhaltige Nahrungsmittel. Vor allem  Fleisch bildet viel Harnsäure, 100 Gramm Hähnchenbrust zum Beispiel etwa 160 Milligramm Harnsäure. Aber auch Bier, Wein und generell alkoholische Getränke sind eher suboptimal, wenn es um eine Ernährung für Gicht-Patienten geht.

Auch in manchen pflanzlichen und grundsätzlich als sehr gesund eingestuften Nahrungsmitteln stecken Purine. Vor allem Erbsen, Linsen und Spargel gilt es zu reduzieren.

Manches scheint widersprüchlich, denn Schokolade bei Gicht ist deutlich empfehlenswerter als beispielsweise Linsen, weil im Verhältnis aus Schokolade weniger Harnsäure gebildet wird. Trotzdem kommt es natürlich auf die Menge an, aber gegen ein Stückchen Schokolade ist bei Gicht glücklicherweise nichts einzuwenden.

Überhaupt sollte es weniger um eine Verbotsliste gehen, als mehr um eine Empfehlungsliste. Genau die, möchten wir dir hier mitgeben.

Purinarme-Lebensmittel-Tabelle

Damit du einen ersten Überblick bekommst, packen wir dir einige Lebensmittel mit ihrem Purin-Gehalt, aber auch mit der daraus entstehenden Harnsäure kompakt in eine Purin-Tabelle.

Nahrungsmittel Purin-Gehalt in mg / 100 g Harnsäure
Kalbsleber 180 460
Forelle 80 300
Schweinefleisch 70 160
Lachs 70 170
Rindfleisch 50 120
Putenfleisch 50 120
Linsen 50 130
Rosinen, getrocknet 45 105
Räucheraal 30 75
Tofu 28 70
Rosenkohl 25 60
Vollmilchschokolade 25 60
Banane 24 58
Brokkoli 21 50
Marzipan 20 50
Wirsing 17 40
Naturreis 15 35
Weizenmehl, Typ 405 15 40
Camembert 45 % 14 30
Feldsalat 10 25
Reis, weiß 10 25
Weintrauben 10 27
Himbeere 8 18
Kartoffeln 6 15
Möhren 6 15
Birne 5 12
Emmentaler 45 % 4 10
Kürbis 3 8
Hühnerei 2 5
Butter 0 0
Olivenöl 0 0
Sahne 30 % 0 0

Ein besonderes Augenmerk liegt auch auf den Getränken. Hier eine Tabelle zur besseren Übersicht der gichtgeeigneten Getränke und der No-Gos im Glas.

Getränk Purin-Gehalt in mg / 100 g Harnsäure
Pils 5 13
Orangensaft 5 11
Cola 4 10
Bier, alkoholfrei 4 9
Apfelsaft 3 8
Cola light 1 2
Kaffee 0 0
Tee, schwarz 0 0
Sekt 0 0
Wein 0 0

Alkohol und Gicht?

Spätestens bei der zweiten Tabelle wirst du dich vielleicht gewundert haben. Alkohol trotz Gicht, wie bitte?

Hier ist es wichtig, den Zusammenhang zu betrachten, denn auch wenn Wein und Bier selbst keine Purine in den Körper bringen, die wiederum zu Harnsäure abgebaut werden, beeinflussen sie den Organismus der Betroffenen durchaus. Denn Alkohol hemmt die natürliche Harnsäureausscheidung, erhöht die Konzentration im Blut also indirekt.

Es geht am Ende also nicht nur um die Purine im Essen oder Trinken, sondern um den gesamten Prozess, der im Körper angestoßen wird. Insgesamt lohnt es sich, auf purinarme Ernährung zu setzen, Alkoholkonsum stark zu konsumieren und auch Übergewicht abzubauen, um die Gichtattacken möglichst gering zu halten. Darüber hinaus kann eine spezielle Ernährungsberatung für Betroffene sehr sinnvoll und hilfreich sein.

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Was kochen bei Gicht?

Gemüsecremesuppe, gefüllte Paprika mit Reis statt Fleisch oder Kürbispasta… es gibt trotz Gicht viele Möglichkeiten, gesund und lecker zu essen.

Bist du vielleicht selbst betroffen und möchtest dein Lieblingsrezept mit uns teilen? Dann poste es gerne in die Kommentare!

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