Gesundheit
Kommentare 1

Kalium: Warum der Mineralstoff für Herz und Blutdruck wichtig ist

Kalium

Das Element Kalium ist ein sehr wichtiger Mineralstoff für unseren Körper, der vor allem im Innern von Körperzellen vorkommt. Seine Hauptaufgabe ist die Regulation unseres Wasserhaushalts. Außerdem reguliert er den Blutdruck und spielt eine zentrale Rolle bei der Muskeltätigkeit und Reizübertragung entlang eines Nervs.

Als Bestandteil von Verdauungssäften hat Kalium im Magen-Darm-Trakt einen großen Anteil bei der Verdauung und Energieproduktion.

Die Bedeutung von Kalium für unsere Gesundheit

Das Mineral ist wichtig für unser Herz-Kreislaufsystem. Es sorgt für eine optimale Reizleitung des Herzens und beugt Herzrhythmusstörungen vor. Ein ausgeglichener Natrium- und Kaliumhaushalt ist wichtig, denn bei sehr vielen bedeutsamen Körperfunktionen arbeiten diese beiden “Supermineralien” zusammen.

Unsere moderne Ernährung enthält oft zu viel Natrium (Salz) und zu wenig Kalium. Das Problem: Hohe Natriumzufuhr führt dazu, dass der Körper vermehrt Kalium über die Nieren ausscheidet. Wer viel Fertigprodukte, Fast Food oder stark Gesalzenes isst, riskiert daher ein ungünstiges Natrium-Kalium-Verhältnis – was Bluthochdruck begünstigen kann.

Die Deutsche Gesellschaft für Ernährung empfiehlt für Erwachsene eine tägliche Zufuhr von etwa 4.000 mg Kalium. Bei ausgewogener Ernährung mit viel Gemüse, Obst und Vollkorn lässt sich dieser Bedarf meist problemlos decken.

Detaillierte Informationen über das Zusammenspiel von Natrium und Kalium findest du hier: Kalium ist der Helfer für das Herz.

Kaliummangel und seine Folgen

Ein Kaliummangel ist nicht so leicht zu diagnostizieren, da er oft mit anderen Beschwerden einhergeht. Am Häufigsten treten dabei Muskelkrämpfe auf (das muss nicht immer ein Magnesiummangel sein), Herzrhythmusstörungen, Verstopfung, Kribbeln und Taubheit in den Muskeln nebst Müdigkeit.

Eine zuverlässige Aussage darüber erhältst du nur über einen Bluttest, wo auch Tests auf Elektrolyte wie Kalium, Kalzium und Magnesium durchgeführt werden. Also lass im Zweifelsfall einen Arzt deinen Kaliumspiegel überprüfen.

Was einen niedrigen Kaliumspiegel begünstigt

Du schwitzt viel beim Sport oder isst gerne stark Gesalzenes? Dann solltest du besonders auf deine tägliche Kaliumzufuhr achten.

Salzreiche Kost – ob durch Nachsalzen oder verstecktes Salz in Fast Food und Fertigprodukten – führt zu erhöhter Kaliumausscheidung über die Nieren. Der hohe Natriumanteil verdrängt gewissermaßen das Kalium aus dem Körper.

Auch Medikamente können den Kaliumspiegel senken. Dazu gehören entwässernde Mittel (Diuretika), acetylsalicylsäurehaltige Schmerzmittel und bestimmte Antibiotika. Besonders gefährdet sind ältere Menschen, bei denen Niere und Leber altersbedingt langsamer arbeiten, sowie chronisch Kranke.

Weitere Risikofaktoren für Kaliummangel sind starkes Erbrechen, Durchfall und häufige Nutzung von Abführmitteln. Auch selbst verordnete Kalium-Nahrungsergänzungsmittel können problematisch werden – besonders wenn der behandelnde Arzt nichts davon weiß.

Kann man zu viel Kalium aufnehmen?

Über normale Lebensmittel ist eine Kalium-Überdosierung praktisch unmöglich – gesunde Nieren scheiden überschüssiges Kalium problemlos aus.

Kritisch wird es nur bei Nierenversagen oder als Nebenwirkung bestimmter Blutdruckmedikamente (ACE-Hemmer). Kann der Körper das überschüssige Kalium nicht mehr ausscheiden, drohen Kammerflimmern und Herzrhythmusstörungen.

Vorsicht ist auch bei hochdosierten Kaliumpräparaten geboten. Diese solltest du nur nach ärztlicher Rücksprache einnehmen – besonders wenn du bereits Medikamente gegen Bluthochdruck oder Herz-Kreislauf-Erkrankungen nimmst.

Lebensmittel, die besonders viel Kalium enthalten

Besonders viel des Mineralstoffs ist in Vollkornprodukten, Hülsenfrüchten, Nüssen, Pistazien, Tomatenmark, Öl-Samen (wie Leinsamen und Sesam), Trockenobst und Pilzen enthalten.

Aber auch frische Früchte (wie Bananen, Pfirsiche, Aprikosen, Äpfel, Erdbeeren, Honigmelonen oder Feigen), grünes Gemüse, Kartoffeln und Weizenkeime enthalten viel Kalium und sollten daher regelmäßig auf deinem Speiseplan stehen.

Die 30 besten Lieferanten für Kalium

Lebensmittel Enthaltenes Kalium in mg / 100 g
Sojabohnen 1800
Bohnen, weiß 1800
Limabohnen 1720
Erbsen 900
Datteln 696
Linsen 677
Paranüsse 659
Meerrettich 628
Spinat 558
Petersilie 554
Amaranth 508
Portulak 494
Feldsalat 459
Gerste, geschält 452
Walnüsse 441
Heilbutt 435
Gans 420
Kartoffeln 407
Rosenkohl 389
Lachs 366
Haferflocken 362
Forelle 361
Bananen 358
Kohlrabi 350
Grünkohl 348
Makrele 344
Karpfen 333
Hering, Atlantik 327
Rote Bete 325
Johannisbeere, schwarz 322
Quelle: USDA

Wie deckst du deinen Kalium-Bedarf im Alltag?

Die Tabelle zeigt: Hülsenfrüchte führen die Liste an. Aber wie viel brauchst du praktisch?

Realistische Tagesbeispiele:

  • 200g Kartoffeln (ca. 800 mg) + 150g Spinat (ca. 830 mg) + 200g Linsen (ca. 1.350 mg) + 1 Banane (ca. 360 mg) = ca. 3.340 mg → fast vollständiger Tagesbedarf
  • 100g Haferflocken + 200g Rosenkohl + 150g Lachs + Handvoll Walnüsse = ebenfalls über 3.000 mg

Du siehst: Mit pflanzlicher Vollwertkost, Gemüse und gelegentlich Fisch oder Fleisch kommst du leicht auf 4.000 mg – ohne dass du Nahrungsergänzung brauchst.

Auch beim Kochen kann Kalium verloren gehen

Mit einer ausgewogenen Vollwerternährung kannst du ohne großes Nachdenken deinen Kaliumtagesbedarf decken. Nur beim Kochen musst du ein wenig Acht geben:

Da der Mineralstoff wasserlöslich ist, kann beim Kochen einiges des wertvollen Elements verloren gehen. Deshalb sollte Gemüse nur gedämpft und nicht in Wasser gekocht werden. So bleibt der wertvolle Mineralstoff im Gemüse und wird nicht mit dem Kochwasser weggeschüttet.

Für die Zubereitung der täglichen Gerichte sind deshalb Dampfgarer*, aber auch Römertöpfe*, mit ihrer langsamen, schonenden Zubereitungsweise, zu empfehlen.

Mit einer gesunden Vollwertkost und schonender Zubereitung brauchst du also keinen Kaliummangel zu befürchten.

Kalium ist kein Trend-Mineralstoff, aber ein unverzichtbarer Baustein für Herzgesundheit, Blutdruck und Muskelfunktion. Mit einer pflanzenbetonten Ernährung, die viel Gemüse, Kartoffeln, Hülsenfrüchte und Obst enthält, deckst du deinen Bedarf meist problemlos.

Achte auf schonende Zubereitung (dämpfen statt kochen), reduziere stark Gesalzenes und lass bei Unsicherheit deinen Kaliumspiegel ärztlich überprüfen – dann bist du auf der sicheren Seite.

Kalium

Pin it!

1 Kommentare

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert

Wenn Du wissen möchtest, welche Daten wir beim Hinterlassen eines Kommentars speichern, schau bitte in unsere Datenschutzerklärung.