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30 Ernährungstipps bei Neurodermitis

Neurodermitis Ernährung

Juckender Hautausschlag, Rötungen und sich schuppende Hautstellen – Neurodermitis gehört zu den bekanntesten und lästigsten Hauterkrankungen überhaupt.

Die gute Nachricht: Mit der richtigen Ernährung kannst du sehr viel tun, um die Schübe zu reduzieren und zu lindern. Lies hier die 10 wichtigsten Don’ts und 30 absolute Dos bei Neurodermitis.

Wenn die Haut verrücktspielt

Neurodermitis, oder atopisches Ekzem wie Mediziner sie heute nennen, ist beinahe ein Volksleiden. Rund jeder zehnte Säugling ist Neurodermitis-Patient und kämpft mit empfindlicher und überreagierender Haut.

Glücklicherweise lassen die Beschwerden bei vielen mit den Jahren nach, dennoch leiden rund drei bis vier Millionen Erwachsene auch nach der Adoleszenz unter Neurodermitis.

Von starkem Milchschorf und gerötete Wangen beim Säugling und Kleinkind über krustenbildende, teilweise nässende und stark juckende Haut beim Erwachsenen reichen die Beschwerden. Am häufigsten betroffen sind Kniekehle und Ellenbeugen, Nacken, Hals und Augenlider.

Das mehr als unangenehme Jucken verstärkt sich klassischerweise beim Schwitzen, aber auch bei psychischen Belastungssituationen wie Stress. Viele Neurodermitiker leiden an weiteren Allergien wie Heuschnupfen oder Asthma.

Wird Neurodermitis vererbt?

Mit hoher Wahrscheinlichkeit wird Neurodermitis innerhalb der Familie weitervererbt, denn es besteht eine familiäre Häufung der Erkrankung. Ist ein Elternteil betroffen, steigt also auch die Wahrscheinlichkeit des Kindes, an Neurodermitis zu erkranken. Wenn du selbst Kinder hast, wirst du vielleicht aus der Schwangerschaft die Frage nach Neurodermitis oder Unverträglichkeiten kennen.

Liegt eine in der Familie vor, raten Ärzte dazu, eine spezielle hypoallergene Babynahrung, sogenannte HA-Nahrung, zu verwenden, sofern das Stillen nicht möglich ist. Diese spezielle Nahrung enthält bereits gespaltenes Kuhmilcheiweiß und soll dadurch eine allergische Reaktion des Körpers vermeiden.

Der Zusammenhang zwischen Neurodermitis und der Ernährung gilt heute als gesichert und vor allem der gerade erwähnten Milch wird eine stark allergieauslösende Wirkung zugeschrieben.

Welche Lebensmittel verstärken Neurodermitis?

Die richtige Ernährung ist nicht die einzig mögliche Therapie bei Neurodermitis. Denn wer unter atopischen Ekzemen leidet, sollte besonders auf eine geeignete Hautpflege achten, z.B. Haut-Öle vermeiden.

Bei akuten Schüben oder schweren Verläufen werden oft zusätzlich Antihistaminika verschrieben, die den Juckreiz lindern und die Neurodermitis-Schübe abmildern sollen. Diese Medikamente zeigen, worauf es bei Neurodermitis besonders ankommt: die Histamine.

Denn Histamine sind zwar natürliche und wichtige Botenstoffe im Körper; viele Menschen leiden aber unter einer Histamin-Intoleranz. Sie können den Stoff im Darm nicht ausreichend gut abbauen, woraufhin der Körper mit einer allergischen Reaktion antwortet. Diese zeigt sich dann als Neurodermitis-Schub oder auch als Nesselsucht oder unspezifische Quaddeln-Bildung auf der Haut.

Wenn also Histamin einer der größten Provokateure ist, wäre es ziemlich clever, diesen Stoff auf natürliche Art und Weise zu reduzieren. Das funktioniert, indem Betroffene auf histaminhaltige Lebensmittel achten und diese bewusst vermeiden. Dass das aber gar nicht so einfach ist, zeigt unser erstes Beispiel.

Fisch, Fleisch und Käse bei Neurodermitis

Natürlich gibt es histaminhaltige und histaminarme Lebensmittel. Doch der Histamingehalt eines Nahrungsmittels kann auch schwanken.

Fisch, Fleisch und Käse sind klassische Beispiele für Lebensmittel, die mal als absolutes No-Go und dann wieder als völlig unbedenklich gelten. Frischer Fisch, der gerade aus dem Meer gezogen und wenige Stunden später schon auf deinem Teller liegt, ist in der Regel kein Problem. Geräucherter Fisch, z. B. Räucherlachs oder getrockneter Stockfisch hingegen sind sehr histaminreich.

Das gleiche Spiel beim Käse: Je länger er reift, umso höher wird sein Histamin-Gehalt. Schuld daran sind Bakterien, die während des Reifungsprozesses aus der Aminosäure Histidin nach und nach mehr Histamin bilden. Ein frisches Steak ist also ok, geräucherter Schinken lieber zu umgehen.

Milchprodukte bei Neurodermitis

Bei der Babynahrung klang es bereits kurz an: Milch zählt zu den größten Allergieauslösern überhaupt. Das gilt übrigens nicht nur für Neurodermitis-Patienten, sondern auch für zahlreiche andere Krankheitsbilder. Selbst bei Akne wird davon abgeraten, zu viel Milch zu verzehren.

Trotzdem muss nicht unbedingt auf jedes Milchprodukt verzichtet werden. Frischkäse, Hüttenkäse oder auch Quark funktionieren für viele Neurodermitiker sehr gut und lösen keinerlei allergische Reaktion aus.

Es gilt sich langsam heranzutasten und herauszufinden, wie der eigene Körper reagiert.

Kaffee und Alkohol bei Neurodermitis

Koffeinhaltige Getränke und Alkohol können die Beschwerden bei Neurodermitis verstärken. Das liegt daran, dass sie die Durchblutung im Körper ankurbeln und so auch betroffene Regionen, beispielsweise im Gesicht, empfindlicher für lästige Juckreize machen.

Gleiches gilt übrigens auch für scharfe Gewürze und sogar Nikotin. Wer unter Neurodermitis leidet und Raucher ist, hat also einen Grund mehr, den Glimmstängel endlich ad acta zu legen.

10 Don’ts bei Neurodermitis

Kurz zusammengefasst möchten wir dir nun zehn Lebensmittel nennen, um die du als Betroffener eher einen Bogen machen solltest:

30 Dos bei Neurodermitis

Das klingt jetzt nicht sehr erheiternd, zugegeben. Aber die gute Nachricht ist, dass es unglaublich viele Lebensmittel gibt, die Menschen mit Neurodermitis bedenkenlos essen können oder die zumindest höchstwahrscheinlich keinerlei Einfluss auf die Neurodermitis-Schübe haben.

Wie immer gilt es auch hier achtsam zu sein und zu beobachten. Erdbeeren, die wir oben genannt haben, lösen häufig allergische Reaktionen aus, aber längst nicht bei jedem. Manche können sie essen, andere nicht, weil sie die Symptome verstärken. Schau daher unbedingt darauf, was dein Körper sagt.

Mit den nachfolgenden 30 Lebensmitteln machen glücklicherweise aber die allermeisten Betroffenen sehr gute Erfahrungen.

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Was du sonst noch tun kannst

Die richtige Hautpflege und eine neurodermitisgeeignete Ernährung sind bereits zwei enorm wichtige Faktoren, die du berücksichtigen kannst. Aber es geht sogar noch mehr!

Achte zusätzlich darauf:

  • Stress vermeiden: Stress und hohe psychische Belastungen verstärken lästige Symptome wie den Juckreiz und sind ja ohnehin nicht die schönsten Lebensbegleiter. Versuche Stress daher, auch im Sinne deiner Haut, zu vermeiden.
  • Sonne tanken: Die pralle Mittagssonne kommt nicht ganz so gut auf neurodermitis-geplagter Haut. Vitamin D aber ist sehr wichtig und hilft dabei, möglichst viele gesunde Hautzellen zu bilden. Sei also mindestens eine halbe Stunde pro Tag draußen am Licht, auch und gerade im Winter.
  • Vitamin B: Je gesünder deine Darmschleimhaut ist, umso besser kann sie Allergene davon abhalten, in die Blutbahn zu gelangen. Tu deinem Darm also etwas Gutes. Sehr förderlich für eine gesunde Darmflora sind die Vitamine des Vitamin-B-Komplexes.
  • Zink: Zink ist aus gutem Grund in vielen Hautsalben enthalten und kann die Histamin-Ausschüttung im Körper verlangsamen. Das sorgt im besten Fall für mildere Schübe. Auch Kalzium gehört zu den Histamin-Bremsen. Was Zink sonst noch Tolles leisten kann, liest du hier.

Am Ende ist es entscheidend, dass du die Signale deines Körpers nicht überhörst und dir statt auf die Verbote zu achten, die vielen guten Alternativen verdeutlichst. Wir wünschen dir eine tolle und möglichst schubfreie Zeit!

Neurodermitis

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