Gurken gehören zu den Gemüsesorten, die fast jeder kennt und regelmäßig isst – ob im Salat, auf dem Brot oder eingelegt. Sie sind knackig, erfrischend und gelten als besonders kalorienarm.
Gleichzeitig gibt es viele Alltagsfragen: Soll man die Schale mitessen? Warum schmecken manche Gurken bitter? Und stimmt es, dass Gurken schwer verdaulich sind?
Inhalt
- Salatgurke, Einlegegurke, Schälgurke – die Unterschiede
- Nährwerte: Was in der Gurke steckt
- Schale mitessen oder schälen?
- Bitter-Stoffe: Warum schmeckt manche Gurke bitter?
- „Gurke entwässert“ – stimmt das?
- Verdaulichkeit: Warum rülpsen manche nach Gurken?
- Lagerung: Kühlschrank oder nicht?
- Gurken im Alltag: Wann lohnen sie sich?
Salatgurke, Einlegegurke, Schälgurke – die Unterschiede
Gurken gehören zur Familie der Kürbisgewächse und sind Fruchtgemüse – botanisch gesehen sogar Beeren. Sie bestehen zu etwa 95 Prozent aus Wasser, was ihren erfrischenden Charakter ausmacht. Im Handel findest du verschiedene Sorten, die sich in Größe, Geschmack und Verwendung unterscheiden.
- Salatgurke (auch Schlangengurke genannt) ist die längliche, glattschalige Variante, die du meist eingeschweißt im Supermarkt findest. Sie wird roh gegessen und ist die gängigste Form in Deutschland.
- Einlegegurke ist kleiner, hat eine warzige Schale und wird meist für Essiggurken oder Gewürzgurken verwendet. Sie schmeckt roh etwas bitterer und ist fester im Biss.
- Schälgurke hat eine dickere, rauere Schale und wird oft geschält, bevor sie gegessen wird. Sie ist weniger verbreitet als die Salatgurke.
Die Saison für Freiland-Gurken in Deutschland beginnt im Juni und läuft bis September. Außerhalb dieser Zeit stammen Gurken meist aus Gewächshäusern oder Importen.
Nährwerte: Was in der Gurke steckt
Gurken sind extrem kalorienarm, weil sie hauptsächlich aus Wasser bestehen. Sie liefern nur wenig Vitamine und Mineralstoffe, tragen aber zur Flüssigkeitszufuhr bei und enthalten kleine Mengen an Ballaststoffen.
| Nährstoff | Pro 100 g (mit Schale) |
| Energie | 15 kcal |
| Wasser | 95,2 g |
| Kohlenhydrate | 3,6 g |
| davon Zucker | 1,7 g |
| Ballaststoffe | 0,5 g |
| Eiweiß | 0,6 g |
| Fett | 0,2 g |
| Vitamin K | 16 µg |
| Vitamin C | 3,2 mg |
| Kalium | 147 mg |
| Magnesium | 13 mg |
(Quelle: USDA, Durchschnittswerte)
Die Nährstoffmenge ist gering, aber Gurken sind kein Nährstofflieferant, sondern eher eine erfrischende, sättigende Beilage. Wer gezielt Vitamine oder Mineralstoffe aufnehmen will, sollte auf nährstoffdichteres Gemüse setzen.
Schale mitessen oder schälen?
Die Schale der Gurke enthält den größten Teil der Ballaststoffe und auch etwas mehr Vitamine als das Innere. Wenn du sie mitisst, holst du also mehr raus – zumindest in der Theorie. In der Praxis ist der Unterschied gering, weil Gurken insgesamt wenig Nährstoffe liefern.
Gründe für die Schale:
- Mehr Ballaststoffe (wenn auch nur minimal)
- Knackigere Konsistenz
- Weniger Aufwand
Gründe gegen die Schale:
- Kann bitter schmecken (vor allem am Stielansatz)
- Manchmal mit Wachs überzogen (bei konventionellen Gurken)
- Empfindliche Menschen vertragen die Schale schlechter
Wenn du die Schale mitessen willst, wasch die Gurke gründlich ab. Bei Bio-Gurken kannst du die Schale meist bedenkenlos mitessen. Bei konventionellen Gurken kann eine dünne Wachsschicht aufgetragen sein, die sich aber abwaschen lässt.
Bitter-Stoffe: Warum schmeckt manche Gurke bitter?
Bittere Gurken enthalten Cucurbitacine, natürliche Bitterstoffe, die in Kürbisgewächsen vorkommen. Moderne Züchtungen enthalten davon deutlich weniger als früher, aber manchmal kommt es vor – vor allem, wenn die Gurke Stress hatte (Wassermangel, starke Temperaturschwankungen).
Die Bitterstoffe sitzen hauptsächlich am Stielansatz und in der Schale. Wenn eine Gurke bitter schmeckt, schneide das Stielende großzügig ab und probiere nochmal. Meist reicht das. Wenn die ganze Gurke bitter ist, wirf sie weg – große Mengen Cucurbitacine können Magenbeschwerden verursachen.
Ein alter Trick: Das abgeschnittene Stielende mit kreisenden Bewegungen an der Schnittfläche der Gurke reiben, bis weißer Schaum austritt. Damit sollen Bitterstoffe aus der Gurke gezogen werden. Wissenschaftlich ist das nicht belegt, aber viele schwören darauf.
„Gurke entwässert“ – stimmt das?
Gurken enthalten viel Wasser und wenig Natrium, weshalb sie oft als „entwässernd“ bezeichnet werden. Das ist irreführend. Gurken führen dem Körper Flüssigkeit zu, statt sie ihm zu entziehen. Wenn du Gurken isst, nimmst du Wasser auf – genauso, als würdest du trinken.
Die Vorstellung, Gurken würden den Körper entwässern, stammt vermutlich daher, dass sie harntreibend wirken können. Das liegt daran, dass du durch den hohen Wassergehalt mehr Flüssigkeit aufnimmst und deine Nieren entsprechend mehr Urin produzieren. Das ist aber keine Entwässerung im medizinischen Sinne, sondern einfach eine normale Reaktion auf mehr Flüssigkeitszufuhr.
Verdaulichkeit: Warum rülpsen manche nach Gurken?
Gurken können bei manchen Menschen zu Aufstoßen oder Blähungen führen. Das liegt an den Cucurbitacinen und an der Schale, die schwerer verdaulich ist als das wässrige Innere. Menschen mit empfindlichem Magen vertragen Gurken deshalb oft besser geschält oder in kleineren Mengen.
Ein weiterer Faktor: Gurken werden oft roh und in größeren Mengen gegessen, was die Verdauung fordert. Wenn du merkst, dass du nach Gurken Probleme hast, probiere folgendes:
- Gurke schälen
- Stielansatz großzügig abschneiden (dort sitzen Bitterstoffe)
- Kleinere Mengen essen
- Nicht auf nüchternen Magen essen
Für die meisten Menschen sind Gurken gut verträglich. Wenn du regelmäßig Probleme hast, könnte eine Unverträglichkeit dahinterstecken – das solltest du abklären lassen.
Lagerung: Kühlschrank oder nicht?
Gurken mögen es nicht zu kalt. Im Kühlschrank werden sie schnell gummiartig und verlieren an Geschmack. Am besten lagerst du sie bei 10 bis 15 Grad – zum Beispiel in einem kühlen Vorratsraum oder im Gemüsefach des Kühlschranks, falls das nicht zu kalt eingestellt ist.
Angeschnittene Gurken solltest du abdecken oder in eine Dose legen und im Kühlschrank lagern. So halten sie sich zwei bis drei Tage. Das Schnittende trocknet sonst aus und wird matschig.
Gurken vertragen sich nicht gut mit Äpfeln, Tomaten oder Bananen. Diese Früchte geben Ethylen ab, ein Reifegas, das Gurken schneller verderben lässt. Lagere sie deshalb getrennt.
Gurken im Alltag: Wann lohnen sie sich?
Gurken sind ein einfaches, erfrischendes Gemüse, das sich gut für Salate, als Snack oder auf Brot eignet. Sie liefern kaum Nährstoffe, aber das ist auch nicht ihre Funktion. Sie sättigen durch Volumen, tragen zur Flüssigkeitszufuhr bei und sind schnell verfügbar.
Wer gezielt Vitamine oder Mineralstoffe aufnehmen will, sollte auf nährstoffdichteres Gemüse setzen. Gurken sind keine Nährstoffbomben, aber sie müssen es auch nicht sein. Sie sind das, was sie sind: knackig, erfrischend und unkompliziert.
Ob du die Schale mitisst, hängt von deinem Geschmack und deiner Verträglichkeit ab. Wenn du Gurken gut verträgst, spricht nichts dagegen, sie mit Schale zu essen. Wenn nicht, schäl sie einfach. Der Nährstoffverlust ist minimal.

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