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Multiple Sklerose: Ernährung kann Symptome lindern

Multiple Sklerose Ernährung

Multiple Sklerose ist eine Autoimmunerkrankung, die als unheilbar gilt. Doch auch wenn keine Heilung möglich ist, kann die richtige Ernährung den Krankheitsverlauf positiv beeinflussen.

Was du als MS-Betroffener essen solltest und was lieber nicht, erklären wir dir.

Die Krankheit der tausend Gesichter

Multiple Sklerose gehört zu den Autoimmunerkrankungen und äußert sich in nahezu unendlich vielen verschiedenen Verläufen.

Ursache ist immer eine Fehlregulierung des Immunsystems, das die Schutzschicht der Nervenbahnen angreift und diese mit der Zeit beschädigt. An mehreren, multiplen Stellen kommt es zu Entzündungen – das können Sehstörungen oder auch Lähmungserscheinungen sein.

Die Entstehung erklärt auch, warum kaum ein MS-Patient die gleichen Symptome hat wie ein zweiter, denn die fehlgeleitete Beschädigung des Myelins (der Isolierung der Nervenbahnen) kann an jeder Stelle geschehen, an der Nervenbahnen verlaufen.

Bis heute ist nicht vollends geklärt, warum dies genau bei MS-Patienten im Körper geschieht. Was festgestellt wurde, ist jedoch eine Häufung der Krankheit in kälteren Klimazonen und bei einem eher westlichen Lebensstil.

Dass auch die Ernährung beteiligt sein könnte, steht spätestens im Raum, seit sich die Zahl der Betroffenen in Japan signifikant erhöhte als dort gerade eine westliche Ernährungsweise Einzug hielt. (Mehr Infos hier!)

In den letzten Jahren rückte die Frage nach einem Zusammenhang von Multipler Sklerose und Ernährung mehr und mehr in den Fokus. Einige Aspekte wurden bereits klarer, zahlreiche weitere werden noch erforscht.

Die wichtigsten Punkte, die Du heute schon beachten kannst, sind:

Ballaststoffe bei Multipler Sklerose

Gerade die Forschungen seit den 1960er-Jahren legen nah, dass der Ballaststoffanteil in der Ernährung unmittelbar mit der Zahl der Neuerkrankungen zusammenhängen muss. Untersuchungen bei MS-Patienten zeigen zudem, dass diese besonders wenige ballaststoffabbauende Darmbakterien aufweisen und so weniger der wichtigen T-Zellen produzieren, die wiederum die Immunabwehr regulieren und stärken.

Doch dieses Verhältnis lässt sich verändern, indem die Darmflora über die Ernährung verändert wird. Konkret bedeutet das, dass die erwünschten Darmbakterien ansteigen, wenn mehr Ballaststoffe gegessen werden. Rund 25 bis 30 Gramm Ballaststoffe sollten Menschen mit Multipler Sklerose pro Tag essen, um eine ausreichende Versorgung sicherzustellen.

Dabei hilft es, sich einen groben Überblick der Ballaststoff-Menge in Lebensmitteln zu verschaffen:

Lebensmittel Ballaststoffgehalt pro 100 Gramm
Toastbrot 3 Gramm
Haferflocken, Vollkorn 10 Gramm
Roggenvollkornbrot 8 Gramm
Kichererbsen 15 Gramm
Pflaumen, getrocknet 19 Gramm
Artischocke 10 Gramm
Brokkoli 3 Gramm
Kidneybohnen 5 Gramm
Erbsen 5 Gramm

Probiotika bei Multipler Sklerose

Wenn es darum geht, die Darmflora zum Guten zu verändern, dürfen probiotische Lebensmittel nicht fehlen. Denn sie stecken voller Mikroorganismen, die im Darm arbeiten, die Nahrung verwerten und die Darmschleimhaut stabilisieren. Je mehr dieser sinnvollen Mikroorganismen im Darm angesiedelt sind, umso besser kann dieser seine Aufgabe als Immunstärker wahrnehmen.

Doch es ist wichtig, dass nicht nur einmal ein Joghurt gegessen wird, sondern dass regelmäßig Probiotika auf dem Speiseplan stehen. Auch fermentierte Lebensmittel sind eine gute Wahl, um den Verlauf der MS-Symptome positiv zu beeinflussen und die Stärke der Entzündungsreaktion zu mindern.

Also ran an die probiotischen Lebensmittel wie zum Beispiel:

  • Joghurt
  • Käse
  • Kefir
  • Sauerkraut
  • Kimchi
  • saure Gurken
  • Miso
  • Apfelessig

Pflanzliche Fette bei Multipler Sklerose

Auch die Art der Fettsäuren beeinflusst die Entzündungsprozesse im Körper. Vor allem tierische Fette heizen die Entzündungsreaktionen an, wohingegen pflanzliche Fette sie sogar eindämmen können. Gute Fette, also ungesättigte oder mehrfach ungesättigte Fettsäuren, gelten ohnehin als gesünder.

MS-Patienten profitieren umso mehr, wenn sie hier mit Bedacht auswählen und pflanzliche Fette bevorzugen. Wo der Unterschied besteht und welche Fette enorm bedenklich sind, erklären wir in diesem ergänzenden Artikel genauer.

Fettarme Ernährung bei Multipler Sklerose

Auch wenn Fette wichtig sind, lohnt es sich bei Multipler Sklerose genau auf den Fettgehalt der Speisen zu achten. Denn zu viel Fett, insbesondere ein hoher Anteil an schlechten Fetten, heizt die Entzündungsprozesse im Körper an.

Das gilt nicht nur für das Fett in der Ernährung, sondern auch für Fettdepots am Körper. Vor allem das ungesunde Bauchfett fördert Entzündungsprozesse. Wichtig und immer sinnvoll ist es deshalb, sein Körpergewicht zu reduzieren. Als MS-Patient lohnt sich das gleich doppelt, denn weniger Entzündungsantreiber sorgen auch für weniger belastende Symptome der Krankheit.

Gewürze bei Multipler Sklerose

Wenig bekannt, aber enorm hilfreich sind bestimmte Gewürze in der MS-Ernährung. Denn manch ein Gewürz bringt nicht nur ordentlich Geschmack, sondern sogar entzündungshemmende Inhaltsstoffe mit auf den Teller. Bei der Krankheit der multiplen Entzündungsherde ideal und sehr vielversprechend.

Nutze also gerne folgende Gewürze und Kräuter:

Tomaten bei Multipler Sklerose

In den letzten Monaten rückte die Tomate in den Fokus, wenn es um eine MS-gerechte Ernährung ging. Denn sie enthält einen Stoff, der bei diesem Krankheitsbild als ziemlich vielversprechend gilt. Ja, Forscher glauben sogar, dass in der Tomate etwas steckt, das Multiple Sklerose langfristig enorm lindern, verlangsamen oder perspektivisch sogar heilen können wird.

Forscher des Zentrums für Physiologie und Pharmakologie der MedUni Wien fanden heraus, dass das Pflanzenpeptid Zyklotid Krankheitsschübe deutlich verringern kann. (Mehr Infos hier!)

Auf Basis dieser Erkenntnis wird nun geforscht, inwieweit aus den Pflanzenstoffen ein Basismedikament zur MS-Therapie entwickelt werden kann.  Ein Ansatz, der hoffen lässt.

Bis die Forschung so weit ist, schadet die eine oder andere Tomate, die besonders reich an Zyklotiden ist, also keineswegs, sondern bringt die begehrten Pflanzenpeptide auf ganz natürliche Art und Weise in den Körper.

No-Gos bei Multipler Sklerose

Neben den Ernährungstipps gibt es auch einige Lebensmittel, die du meiden solltest, denn sie können die fehlgeleiteten Immunreaktionen des Körpers bei MS noch verstärken. Dazu gehören:

Diese Lebensmittel solltest du reduzieren, um deinen Körper bestmöglich zu unterstützen.

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Linderung ist Lebensqualität

Leider reicht es (noch) nicht aus, bestimmte Lebensmittel zu verzehren und Multiple Sklerose allein damit zu heilen. Trotzdem ist jeder Schub, der geringer ausfällt und jedes Symptom, das gelindert werden kann, ein Stück Lebensqualität.

Und wenn das mit einfachen Mitteln wie einer an MS angepassten Ernährung erreicht werden kann, lohnt es sich, beim Einkauf zweimal hinzuschauen :-)

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