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Hashimoto-Ernährung: Tipps, Tricks und Ammenmärchen

Hashimoto

Hashimoto-Thyreoiditis, die chronische Schilddrüsenentzündung, gilt zwar als unheilbar, doch als gut behandelbar. Um die richtige Ernährung bei Hashimoto ranken sich aber zahlreiche Mythen.

Wir möchten in diesem Artikel etwas Klarheit in die Frage bringen: „Was darf ich bei Hashimoto essen und was nicht?“

Lies gerne rein!

Schaltzentrale Schilddrüse

Die chronische Schilddrüsenerkrankung Hashimoto-Thyreoiditis zählt zu den Autoimmunerkrankungen. Der Körper arbeitet bei diesen Erkrankungen mit seinen Abwehrfunktionen irrtümlicherweise gegen den eigenen Organismus und schädigt diesen langfristig.

Neben Autoimmunerkrankungen wie Multipler Sklerose oder Schuppenflechte greift er auch bei Hashimoto körpereigene Zellen an und kann durch diese Fehlregulation langfristig Schäden an Organen verursachen. In diesem Fall richtet sich der Prozess gegen die Schilddrüse, ein walnussgroßes Organ unterhalb des Kehlkopfes.

Ist die Schilddrüse gesund, produziert sie die beiden Hormone Trijodthyronin (T3) und Tetrajodthyronin (T4), das auch als Thyroxin bekannt ist. Diese Hormone sind an zahlreichen Prozessen im Körper beteiligt, beispielsweise an der Regulation der Körperwärme, des Mineralstoff- und Wasserhaushaltes und des Sauerstoff- und Energieverbrauchs. Fast jede Körperregion profitiert vom unscheinbaren Organ:

  • Herz und Kreislauf
  • Nerven
  • Muskeln
  • Darm
  • Haut
  • Haare
  • Nägel

Besonders wichtig ist die Schilddrüse übrigens beim Heranwachsen im Mutterleib – der Grund dafür, dass Schwangere mit einer Hashimoto-Thyreoiditis in der Regel besonders engmaschig kontrolliert werden.

Wenn Hormone fehlen

Kann der Körper die lebenswichtige Hormonproduktion von T3 und T4 nicht alleine bewältigen, spricht man von einer Unterfunktion der Schilddrüse; bei einer gesteigerten Hormonproduktion von einer Schilddrüsen-Überfunktion.

Die Hashimoto-Thyreoiditis ist die chronische Form der Unterfunktion mit sich zuspitzendem Verlauf. Über einen Zeitraum von Jahren oder Jahrzehnten hinweg zersetzt sich das Schilddrüsengewebe hierbei selbst. Am Ende verschwindet die Schilddrüse in manchen Fällen komplett oder bleibt stark verkleinert erhalten. Auch eine Vergrößerung mit Kropfbildung, dem sogenannten Struma, ist denkbar, aber deutlich seltener.

Aufzuhalten ist dieser Prozess bis heute nicht, aber die Auswirkungen der mangelnden Hormone im Körper können abgefangen werden, wenn eine entsprechende Therapie stattfindet. In der Regel nehmen Hashimoto-Patienten täglich Schilddrüsenhormone ein und führen dem Körper so zu, was er wegen seiner Erkrankung nicht mehr selbst produzieren kann.

Ernährung bei Schilddrüsenunterfunktionen

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Bei Schilddrüsenunterfunktionen generell und der Hashimoto-Thyreoiditis im Besonderen gibt es nur wenige starre Ernährungsregeln. Doch es ranken zahlreiche Mythen um die richtige und falsche Lebensweise mit dieser Erkrankung. So heißt es manchmal, Milch sei zu vermeiden oder gar glutenhaltiges Getreide komplett vom Speiseplan zu streichen.

Die meisten dieser Ratschläge sind nicht in Stein gemeißelt, geben aber durchaus Hinweise darauf, wie eine Hashimoto-Ernährung aussehen kann und welche Lebensmittel das Immunsystem stärken. Denn im Prinzip geht es bei autoimmun-entzündlichen Erkrankungen in erster Linie darum, die körpereigene Abwehr zu stabilisieren und mithilfe einer gesunden Ernährung zu unterstützen.

Was also macht Sinn bei Hashimoto und was ist überflüssig?

Tipp 1: Jod reduzieren

Dem Spurenelement Jod kommt bei Hashimoto-Thyreoiditis tatsächlich eine wichtige Rolle zu, denn große Mengen Jod gelten als Verlaufsbeschleuniger und heizen die entzündlichen Prozesse im Gewebe zusätzlich an.

Dabei ist der natürliche Jodanteil in der Ernährung in der Regel unbedenklich. Sehr jodhaltige Speisen wie beispielsweise Sushi sollten aber in Maßen genossen werden.

Bei Schwangeren gilt es einen Kompromiss zu finden, denn das heranwachsende Kind im Bauch braucht Job unbedingt, um sich gut entwickeln zu können. In der Regel supplementieren Schwangere deshalb trotzdem Jod und lassen ihre Schilddrüsenwerte engmaschiger kontrollieren.

Erwachsene, die dauerhaft Vitaminpräparate einnehmen, sollten aber darauf achten solche ohne Jod auszuwählen, um die Hashimoto nicht zusätzlich zu befeuern.

Tipp 2: Glutenfrei essen

Grundsätzlich ist es nicht nötig, sich glutenfrei zu ernähren, wenn eine chronische Schilddrüsenentzündung vorliegt. Was aber als erwiesen gilt ist, dass Hashimoto und Zöliakie oft zusammen auftreten.

Wer eine der beiden Erkrankungen hat, sollte sich also zur Sicherheit auch auf die andere testen lassen und gegebenenfalls auf glutenfreies Getreide wie Buchweizen oder Hirse ausweichen.

Tipp 3: Vitaminreich speisen

Tipp 3 gilt nicht nur für Schilddrüsenpatienten, sondern für alle, die ihrem Immunsystem etwas unter die Arme greifen möchten. Gemüse und Obst, möglichst mit Schale gehören daher unbedingt auf den Speiseplan. Denn sie liefern zahlreiche Vitamine, die den Körper bei seiner Arbeit unterstützen und das Immunsystem stärken.

Tipp 4: Zuckerreduziert leben

Wer viel Zucker verzehrt, erhöht damit seine Blutzuckerschwankungen und läuft sogar Gefahr Entzündungsreaktionen des Körpers anzuheizen, so vermuten es Forscher aus der Schweiz (https://www.diabetesinformationsdienst-muenchen.de/aktuelles/nachrichten/typ-2-diabetes/typ-2-diabetes/article/neuer-zusammenhang-zwischen-zuckerstoffwechsel-und-entzuendungen-entdeckt//index.html).

Auch wenn der Zusammenhang zwischen Zuckerkonsum und Hashimoto-Verlauf nicht vollends geklärt ist, schadet es nicht, hier etwas achtsam zu sein und den eigenen Zuckerkonsum einmal kritisch zu hinterfragen. Es gibt natürliche Süßungsmittel, die den Blutzuckerspiegel nicht so schnell in die Höhe treiben, zum Beispiel das pflanzliche Stevia.

Tipp 5: Milchfrei genießen

Milch an sich ist ein Thema, an dem sich die Geister streiten. Auf die Frage „Milch: Ja, oder nein?“ gehen wir in diesem weiterführenden Artikel genauer ein.

Komplett klar ist bei diesem Thema sehr wenig, doch immer wieder sind Stimmen von Betroffenen zu lesen, denen es ohne das Glas Milch am Morgen besser geht. Ein möglicher Zusammenhang könnte die Tatsache sein, dass Milch im Darm schwer verdaulich ist und den Darm als größtes Immunorgan stark beansprucht. Studien, die das belegen, gibt es jedoch noch nicht.

Ausgewogen lohnt sich immer

Zusammenfassend ist Hashimoto-Thyreoiditis eine Erkrankung, mit der es sich gut leben lässt, wenn der Hormonspiegel regelmäßig kontrolliert wird.

Strenge Nahrungsmittelverbote sind unangemessen, bei Jod eine besondere Aufmerksamkeit sinnvoll und ansonsten eine gesunde und ausgewogene Ernährung hilfreich.

Diese dritte Regel gilt jedoch nahezu unabhängig über alle Autoimmunerkrankungen hinweg und schadet auch bei der chronischen Schilddrüsenunterfunktion nicht.

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Bunter kochen trotz und wegen Hashimoto

Wir haben bei unseren Recherchen eine Seite mit tollen Inspirationen gefunden, die wir dir an dieser Stelle nicht vorenthalten möchten. Falls du dich fragst, was du bei Hashimoto kochen kannst, schau doch gerne mal hier vorbei https://www.ndr.de/ratgeber/kochen/rezepte/rezeptdb342.html oder poste uns dein Lieblingsrezept in die Kommentare.

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