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Das Säure-Basen-Gleichgewicht

Säure-Basen-Gleichgewicht

Zu den hartnäckigsten Mythen rund um die menschliche Ernährung und Gesundheit zählt die Rolle der Säuren und Basen im menschlichen Körper – trotz hochklassiger, moderner Analysemethoden.

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Alternativmedizinische Hypothesen basieren oft auf der Annahme, dass bestimmte Nahrungsmittel und Lebensgewohnheiten zu einem Überschuss von Säuren im Körper führen können. Dieser soll für verschiedenste Erkrankungen verantwortlich sein, die durch eine basische Ernährung und äußerliche Kuren beseitigt werden können.

Doch sind diese Behauptungen auch wissenschaftlich belegt oder stecken Fehleinschätzungen dahinter?

Hypothese und Realität: Ernährung

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Zu den Ideen der Basenlehre gehört die Einordnung von Lebensmitteln in Säurebildner und Basenbildner. Zu ersteren gehören beispielsweise Zucker, tierische Eiweiße und Kaffee, zu letzteren Obst, Gemüse, Reis und Vollkornprodukte.

Um den vermeintlich übersäuerten Körper auszugleichen, wird außerdem oft zur Anwendung diverser basischer Pulver geraten, gelegentlich zusätzlich bestimmte Bäder. Mit einer Ernährung, die auf Basenüberschuss setzt, sollen vorhandene Befindlichkeitsstörungen und Erkrankungen geheilt sowie zukünftige vermieden werden.

Tatsächlich treffen die Hypothesen nur auf einige der Lebensmittel zu. Während die Einschätzung bei Eiweißen, Obst und Gemüse korrekt ist, sind Kaffee, Eier und Käse basisch, während Reis sauer ist. Tatsächlich werden die meisten Lebensmittel auf der Grundlage einer eher moralisch wertenden Idee von „gutem“ und „schlechtem“ Essen eingeteilt.

Besonders Basenpulver müssen dabei sehr kritisch beurteilt werden – da es sich nicht um überprüfte Medikamente handelt, können sich Überdosierungen mitsamt ihrer gesundheitlichen Konsequenzen einstellen. Vor allem die Mengen Zink, Kalium, Kalzium und Magnesium sind oft kritisch hoch. In einer Probe fand Öko-Test 2015 sogar Spuren des giftigen Arsens.

Hypothese und Realität: Erkrankungen und Behandlungen

Das Spektrum der Erkrankungen, die Übersäuerung zugerechnet werden, ist groß: Eher unspezifische Symptome wie Müdigkeit und Erschöpfung, brüchige Nägel oder Haare, aber auch ernsthafte Erkrankungen wie Rheuma und Osteoporose oder sogar Krebs.

Auffällig dabei ist, dass sich gerade unter den sehr allgemeinen Zeichen einer vermuteten Übersäuerung viele Probleme finden, unter denen ein großer Teil der Bevölkerung leidet – aus den verschiedensten Gründen. Gleichzeitig handelt es sich bei den schwereren Erkrankungen um besonders beängstigende Zukunftsaussichten. Diese Kombination ist bei nahezu allen alternativmedizinischen Theorien zu beobachten.

Tatsächlich ist der gesunde Bereich, in dem sich der pH-Wert menschlichen Blutes bewegen darf, sehr klein: 7,37 − 7,43. Werte, die darüber oder darunter liegen, sind pathologischer Natur und müssen sofort behandelt werden, da sie lebensbedrohliche Konsequenzen haben können. Denn ein gesunder Körper ist imstande auch große Schwankungen auszugleichen. Das geschieht über verschiedene Wege, unter anderem auf der Basis von Kalzium, über Ausscheidungen der Niere, in erster Linie jedoch über die Atmung. Durch diese wird ein Zuviel an Säure als CO2 abgeatmet und auf die Art das Gleichgewicht stets gehalten.

Tritt tatsächlich eine Störung des Säure-Basen-Gleichgewichts auf, steckt nahezu immer eine ernsthafte Erkrankung dahinter.

  • Ein Basenüberschuss, eine sogenannte Alkalose, kann das Resultat einer gestörten Atemfrequenz beispielsweise durch Hyperventilation oder in großer Höhe sein. Auch eine Vergiftung, exzessives Erbrechen oder eine Nierenfunktionsstörung sind mögliche Ursachen.
  • Eine Azidose, eine Übersäuerung, entsteht beispielsweise durch eine nicht ausreichend therapierte Diabetes, eine Nierenfunktionsstörung oder eine Atemstörung, die das erfolgreiche Abatmen von Säuren verhindert.

In beiden Fällen handelt es sich um einen Notfall.

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Fazit zum Säure-Basen-Gleichgewicht

Eine durch den Lebenswandel bedingte Übersäuerung ist wissenschaftlich nicht belegt und kann weder in den Atemgasen noch im Blut nachgewiesen werden. Es ist daher nicht notwendig und bisweilen sogar schädlich, spezielle Stoffe zur Behebung des vermeintlichen Problems zu sich zu nehmen.

Eine ausgeglichene Ernährung mit einem großen Anteil Obst, Gemüse und Vollkornprodukten und moderaten Anteilen Fett, Fleisch und Zucker ist hingegen unabhängig davon gesundheitlich vorteilhaft.

Liegt tatsächlich eine Übersäuerung vor, ist eine medizinische Behandlung notwendig, da die Ursachen nicht im Rahmen einer Ernährungsumstellung beseitigt werden können und oft ernsthafter Natur sind.

Und wer noch ein bisschen was zum Thema lesen möchte, dem empfehlen wir die folgenden Bücher (gefunden bei Amazon):

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Ein übersäuerter Stoffwechsel kann nicht abnehmen. Dieser Tatsache widmet sich der Erfolgsautor und Ernährungswissenschaftler Ralf Moll und zeigt in diesem Buch, wie man mit der Säure-Basen-Diät nicht nur sanft und einfach Pfunde verliert, sondern auch den Stoffwechsel reguliert und ganz nebenbei Alltagsbeschwerden wie Kopfschmerzen und Müdigkeit schwinden lässt.

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Kennen Sie das? Sie fühlen sich in letzter Zeit müde und schlapp, sind nicht so leistungsfähig wie sonst und oft nervös. Zu allem Übel machen sich auch die Gelenke bemerkbar und die Muskeln sind verspannt.

Was ist da los? Vielleicht deuten Ihre Symptome auf eine Übersäuerung des Körpers hin. Das bedeutet, dass Säure und Basen im Stoffwechsel aus dem Gleichgewicht sind. Säurebildende Zutaten wie Fleisch, Eier, Brot oder Pasta können diese Balance stören. Dann versucht der Körper, den Überschuss an Säure zu regulieren, und das kann zu Unwohlsein führen.

Was hilft dagegen? Statt zu Pillen zu greifen, ist eine Umstellung auf basische Ernährung die nachhaltige und gesunde Lösung!

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Als Extra gibt der Autor Tipps für eine Woche Basenfasten. So kann jeder ganz individuell seinen Säure-Basen-Haushalt wieder ins Gleichgewicht bringen.

Säure-Basen-Gleichgewicht

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