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3 Schritte zur richtigen Ernährung bei Dünndarmfehlbesiedlung

Dünndarmfehlbesiedlung

Mit der Diagnose Dünndarmfehlbesiedlung können viele Menschen zunächst wenig anfangen. Doch die den meisten unbekannte Diagnose trifft mehr Menschen als gedacht.

Was es mit der Dünndarmfehlbesiedlung genau auf sich hat und wie sie du mit deiner Ernährung lindern kannst, steht in diesem Artikel.

Was bedeutet Dünndarmfehlbesiedlung?

Nicht nur im Dickdarm, der heutzutage bereits sehr gut erforscht ist, leben Bakterien. Auch der Dünndarm wird von diesen besiedelt. Der Unterschied: Die Besiedelung des Dünndarms ist deutlich geringer als die des Dickdarms.

Schließt nun die Klappe zwischen Dünn- und Dickdarm nicht mehr richtig, wandern Bakterien des Dickdarms zurück in den Dünndarm und besiedeln auch diesen. Auch eine Entzündung kann diesem Prozess vorangehen.

Da die Bakterien im Dünndarm fehl am Platz und zudem überzählig sind, sorgen sie für unangenehme Symptome:

  • Völlegefühl
  • Blähbauch
  • Bauchschmerzen
  • Durchfall
  • Übelkeit
  • Erschöpfung
  • Akne
  • Rosacea

Leider wird eine Dünndarm-Fehlbesiedlung oftmals nicht erkannt und Patienten bekommen nach der Ursachenforschung für den Grund ihrer Beschwerden lediglich die unspezifische Diagnose Reizdarm. Die Folge: Die Fehlbesiedlung der Bakterien im Dünndarm schreitet fort und kann im Laufe der Zeit die Darmwand schädigen. Es ist also wichtig, dass eine Dünndarm-Fehlbesiedlung rechtzeitig erkannt und behandelt wird.

Die Diagnose auf Dünndarmfehlbesiedlung, auch SIBO (Small Intestinal Bacterial Overgrowth) genannt, erfolgt mittels Atemtests, die beim Arzt durchgeführt werden können. Erste Therapie ist häufig eine Behandlung mit Antibiotika. Doch um eine Dünndarmfehlbesiedlung langfristig zu heilen, ist es wichtig, auch die eigenen Ernährungsgewohnheiten anzupassen.

Übrigens gibt es eine der Dünndarmfehlbesiedlung recht ähnliche Erkrankung, das Leky Gut Syndrom. Dieses ist jedoch meist einfacher zu diagnostizieren, weil häufig zusätzlich Blut im Stuhl vorkommt.

Ernährung bei Dünndarmfehlbesiedlung

Erste und wichtigste Maßnahme bei einer SIBO-Diät, die dabei helfen soll, die Dünndarmfehlbesiedlung zu lindern, ist der Verzicht auf Zucker. Denn Darmbakterien vermehren sich umso schneller, je mehr Zucker über die aufgenommene Nahrung zu ihnen gelangt. Soll die Dichte der Bakterienbesiedlung im Dünndarm also reduziert werden, ist Zuckerverzicht das Mittel der Wahl.

Doch wie sieht das konkret aus und geht der Verzicht über reinen Haushaltszucker hinaus?

3 Phasen der SIBO-Diät

Um die Besiedlung des Dünndarms zu normalisieren, brauchen Betroffene zunächst Geduld. Denn die Ernährungsumstellung ist eine zunächst sehr strikte und mehrere Wochen andauernde. Doch je länger die Umstellung dauert, umso eher können die Einschränkungen wieder gelockert werden.

Erste Phase: Null-Zucker-Diät

Nachdem die Diagnose Dünndarmfehlbesiedlung gestellt wurde, empfehlen Mediziner und Ernährungsberater bei einer SIBO-Diät zunächst den kompletten Verzicht auf Zucker.

Das bedeutet also nicht nur, keinerlei Süßigkeiten wie Schokolade, Kekse, Eis oder süßes Gebäck zu essen, sondern darüber hinaus Kohlenhydrate drastisch zu reduzieren. Denn Kohlenhydrate, die beispielsweise in Brot, Nudeln oder Reis enthalten sind, werden vom Körper in Zucker umgewandelt – sie hätten also den gleichen Effekt wie aufgenommener Zucker.

Geeignete Lebensmittel in Phase 1

Betroffene, die die Empfehlung bekommen, auf Zucker zu verzichten, stellen schnell fest, dass Zucker in unfassbar vielen Lebensmitten enthalten ist. Was also können sie während einer SIBO-Diät essen, um ihre Dünndarmfehlbesiedlung zu lindern, aber nicht hungern zu müssen?

Die beste Wahl sind in diesem Stadium Gemüse und eiweißreiche Kost abseits von Milchprodukten, z.B. Fleisch oder eiweißreiche Fische wie Lachs oder Hering.

Wenn du in Phase eins steckst, kannst du zusätzlich die Darmmotorik anregen und gleichzeitig den Süßhunger lindern, wenn du Bitterstoffe aufnimmst. Diese stecken vor allem im Kaffee oder bitteren Salaten. Alternativ kannst du sie auch in Tropfenform aufnehmen. Hier eignen sich zum Beispiel Angelikawurzeltropfen oder gelber Enzian gut. Lass dich dazu auch gerne in der Apotheke beraten.

Zweite Phase: Lebensmittel erweitern

Hast du vier bis im besten Fall sechs Wochen in Phase 1 geschafft, lockern sich die strengen Regeln ein wenig. In der Zwischenzeit hatte der Dünndarm Gelegenheit, die Fehlbesiedlung überzähliger Bakterien zu reduzieren und kann deshalb nun langsam wieder an zuvor verbotene Lebensmittel herangeführt werden. Jedoch erfolgt die Erweiterung langsam und Schritt für Schritt.

Geeignete Lebensmittel in Phase 2

Wer in Phase 2 angekommen ist, kann sich langsam an Getreidesorten wie Dinkel oder Buchweizen heranwagen. Weizen jedoch steht auch in dieser Zeit noch nicht auf dem Speiseplan.

Um die Darmflora langsam wieder zu stärken, kannst du ergänzend auf probiotische Lebensmittel wie Hefe-Extrakte zurückgreifen. Auch Präbiotika wie Artischocken, Topinambur oder Löwenzahn sind eine gute Wahl.

Wer diesen SIBO-Speiseplan eine Weile einhält, kann sich zudem langsam an erste Süßigkeiten heranwagen. Dunkle Schokolade mit einem hohen Kakaogehalt oder Dattelkugeln mit Nüssen und Mandeln eignen sich für diese Phase.

Dritte Phase: Alltags-Ernährung finden

Die zweite Phase der Ernährungsumstellung bei Dünndarmfehlbesiedlung ist keine klar begrenzte. Das Herantasten an weitere Lebensmittel kann bei manchem Betroffenen schneller gehen und bei anderen lange dauern. Wichtig ist es, auf mögliche Symptome zu achten.

Kehren die Bauchschmerzen oder das Völlegefühl wieder, nachdem du ein Stück Bitterschokolade gegessen hast, war es vielleicht noch zu früh dafür. Auch eine Wiederholung des Atemtests kann Aufschluss darüber geben, wie weit sich die Dünndarmfehlbesiedlung verbessert hat.

Die SIBO-Diät sollte in jedem Fall medizinisch begleitet und in enger Absprache mit deinem Arzt durchgeführt werden.

Bonus-Tipp: Viel trinken und ausreichend bewegen (täglich mindestens 30 Minuten) regen die Darmtätigkeit an und sind daher hilfreiche Ergänzungen während der SIBO-Diät.

Symptomfrei oder symptomarm leben

Die Behandlung einer Dünndarmfehlbesiedlung bedeutet eine große Umstellung für Betroffene. Trotzdem bringt die strikte Ernährungsumstellung vielen Menschen auch große Erfolge und lindert die schmerzhaften und unangenehmen Symptome stark oder führt gar zur völligen Symptomfreiheit und dem Abklingen der SIBO. Und dafür lohnt es sich, für einige Wochen sehr genau hinzusehen und einige Dinge in der alltäglichen Ernährung auch dauerhaft umzustellen.

Bist du selbst betroffen und hast einen Tipp, den du weitergeben möchtest? Poste ihn gerne in die Kommentare!

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