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Bakterien fördern Fettresorption – Darmflora eine mögliche Ursache für Übergewicht

Darmflora, Übergewicht

Nicht erst seit den verordneten Ruhepausen zur Bekämpfung der Corona-Pandemie wird Übergewicht in breiten Kreisen der Bevölkerung zu einem ernsthaften Problem. Deutschland ist auf dem besten Wege eines der gewichtigsten Länder der Welt zu werden und den USA ihren diesbezüglichen Titel streitig zu machen.

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Kein Wunder also, dass die Forschung nach den Ursachen von Übergewicht und Adipositas in der Hoffnung stark gefördert wird, eines Tages Adipositas und Folgeerkrankungen wirksam begegnen zu können. Neben klassischen Forschungsansätzen, die im Wesentlichen um Kalorienüberschuss und Bewegungsmangel kreisen, ist in den letzten Jahren zunehmend auch die Darmflora ins Visier der Forscher geraten.

Darmflora mitverantwortlich für Übergewicht

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Unsere Darmflora ist ein eigenes Biotop, das sich aus Milliarden von unterschiedlichen Kleinstlebewesen zusammensetzt und vielfältig mit seinem Wirt, dem Menschen, in wechselseitige Beziehungen tritt.

So haben moderne Forschungen übereinstimmend immer wieder gezeigt, dass Bakterien, Pilze und andere Einzeller aus der natürlichen Darmflora praktisch alle Bereiche der menschlichen Lebensgrundlagen verändern können. Das beginnt bei der Verwertung von Nahrung und hört mit der Beeinflussung der Psyche auf.

Ergänzend haben Mikrobiologen aus Potsdam experimentell nachweisen können, dass ein einzelnes Bakterium aus eben dieser Darmflora sogar Übergewicht mit verursachen kann. Gibt es also doch so etwas wie ein schicksalhaftes Übergewicht, für das der einzelne gar nicht verantwortlich ist?

Dickmacher-Bakterium erhöht Zahl der Fetttransporter im Darm

Es ist Konsens unter Mikrobiologen, die sich mit dem menschlichen Darm beschäftigen, dass die Zusammensetzung der Darmflora die Art der Nahrungsverwertung im Verdauungstrakt bestimmt.

Das gilt auch für die Aufnahme von Fett und Fettsäuren aus der Nahrung in den Blutkreislauf. So kann das Darmbakterium mit dem wissenschaftlichen Namen Clostridium ramosum über einen intelligenten, sich selbst verstärkenden Mechanismus die Aufnahme von Fett und damit Kalorien aus dem Darm ins Blut beeinflussen. Dazu stimuliert es in Darmzellen die Synthese eines für den Transport von Fett wichtigen Botenstoffes, der wiederum die Bildung von Fetttransportern in den Zellen fördert, was schlussendlich eine erhöhte Fettresorption aus dem Darm bedeutet.

Erfolgt das alles im normalen Ernährungsrahmen, hat dieser Mechanismus wohl keine negativen Folgen für das Körpergewicht. Ist die Ernährung aber ziemlich fetthaltig, fühlt sich das Bakterium Clostridium ramosum besonders wohl und vermehrt sich überproportional stark, was als Folge die Fettresorption ebenso stark erhöht.

So sorgt also ein kleines Bakterium der Darmflora durch seine eigene Vermehrung dafür, dass bei sehr fetthaltiger Nahrung überproportional viel Fett aus dem Darm in das Blut aufgenommen wird und das Risiko für Übergewicht steigt.

Ist das alles nur mikrobiologische Theorie oder trifft das auch auf den Menschen zu?

Es ist weit mehr als nur Theorie. Zwar wurden die grundlegenden Experimente an Mäusen durchgeführt, doch fanden Forscher auch beim Menschen Hinweise darauf, dass das Dickmacher-Bakterium Clostridium ramosum aus der Darmflora die Fettaufnahme reguliert. Sie wiesen bei Menschen mit Übergewicht überdurchschnittlich viele Dickmacher-Bakterien im Darm nach. Es ist also wahrscheinlich, dass eine Verschiebung der Darmflora hin zu mehr Clostridium ramosum auch beim Menschen ursächlich für Übergewicht mitverantwortlich ist.

Dies ist jedoch nicht schicksalhaft und kann nicht als Ausrede für Übergewicht herhalten, da der Vermehrung der Dickmacher-Bakterien durch eine bewusst fettreduzierte Diät Einhalt geboten werden kann.

Fazit

Fettreduzierte Diäten sind zur Gewichtsabnahme gut geeignet. Das liegt nicht nur am geringeren Kalorienangebot in der Nahrung, sondern offensichtlich auch an der durch Darmbakterien vermittelten Fettresorption.

Haben die Dickmacher-Darmbakterien doch bei fettarmer Diät keine optimalen Lebensbedingungen und können sich nicht so stark vermehren.


Darmflora, Übergewicht

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