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Vitamin-D-Mangel – wie hoch ist das Risiko?

Vitamin-D-Mangel

Vitamin D, das „Sonnenvitamin“, ist lebenswichtig. Der Körper bildet es zum Großteil selbst, und auch über die Nahrung kann der Mensch es aufnehmen. Was aber passiert, wenn der Vitamin-D-Spiegel dauerhaft zu niedrig ist?

20 Mikrogramm – auf diese Menge an Vitamin D sollte jeder Erwachsene jeden Tag kommen. Wissenschaftler  gehen davon aus, dass das nur 40 Prozent der Bevölkerung schaffen. Der Rest, also 60 Prozent, weist demnach einen zu niedrigen Wert auf. Dabei handelt es sich noch nicht um einen Mangel; tatsächlich ist das Risiko eines gravierenden Vitamin-D-Defizits für einen gesunden, erwachsenen Menschen gering. Angehörige bestimmter Risikogruppen sollten ihren Sonnenvitamin-Spiegel aber im Blick behalten.

Wie kommt es zum Mangel?

Vitamin-D-Mangel bzw. eine Unterversorgung mit Vitamin D entsteht dann, wenn der Körper den Stoff über einen längeren Zeitraum nicht oder nur in geringer Menge bilden kann. Dazu kann es zum Beispiel im Herbst und Winter kommen, weil in diesen Monaten die UVB-Strahlung in unseren Breiten nicht genügt, um eine ausreichende Sonnenvitamin-Produktion anzukurbeln.

Von einem Mangel im medizinischen Sinne spricht man, wenn relevante Symptome auftreten. In erster Linie ist die Knochengesundheit beeinträchtigt: In gravierenden Fällen setzt eine Entkalkung der Knochen ein, die schließlich erweichen – eine Rachitis entsteht.

Vor allem bei Säuglingen und Kindern hat ein Mangel an Vitamin D schwerwiegende Folgen, denn es kann zu Störungen des Knochenwachstums und im schlimmsten Fall zu Verformungen des Skeletts kommen. Ein dauerhaft zu niedriger Vitamin-D-Spiegel kann bei ihnen auch zu verringerter Muskelkraft, niedrigerem Muskeltonus sowie einer erhöhten Infektanfälligkeit führen.

Bei Erwachsenen zeigen sich ähnliche Symptome: Aufgrund der Entkalkung können sich tragende Knochen verformen, es können Knochenschmerzen und Muskelschwäche auftreten. Wenn Menschen im fortgeschrittenen Lebensalter zu wenig Vitamin D bilden oder über die Nahrung aufnehmen, begünstigt das eine Osteoporose.

Außerdem scheinen Bluthochdruck und Diabetes mellitus Typ 2 mit einer schlechten Vitamin-D-Versorgung zusammenzuhängen; Mediziner haben bisher aber lediglich Zusammenhänge beobachtet, wissenschaftlich bestätigt sind sie nicht.

Risikogruppen

Ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel haben Menschen, die sich selten im Freien aufhalten. Dazu zählen insbesondere alte Menschen, deren Mobilität häufig eingeschränkt ist, sowie chronisch Kranke und Pflegebedürftige.

Bei alten Menschen ist das Risiko aber auch aus physiologischen Gründen höher, da die Eigenproduktion von Vitamin D mit dem Alter nachlässt. Hinzu kommt, dass ältere Menschen meist weniger essen, sodass es noch unwahrscheinlicher wird, dass sie das Defizit mit der Ernährung kompensieren könnten.

Säuglinge haben – wie angesprochen – ein erhöhtes Risiko für einen Vitamin-D-Mangel, da sie in den warmen Monaten nicht direkter Sonnenstrahlung ausgesetzt werden sollten. Zu groß ist die Gefahr, dass sie überhitzen oder einen schweren Sonnenbrand erleiden. Bei in den Herbst- und Wintermonaten geborenen Babys kommt hinzu, dass sie ohnehin wenig UVB-Strahlung abbekommen.

Auch bei Menschen, die viel in geschlossenen Räumen arbeiten, ist die Vitamin-D-Produktion gedrosselt, weil die UVB-Strahlung nicht die Fensterscheiben durchdringt.

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So lässt sich ein Vitamin-D-Mangel vermeiden

Der menschliche Körper stellt bis zu 90 Prozent seines Vitamin-D-Bedarfs selbst her. Damit es nicht zu einem Mangel kommt, ist die nächstliegende Lösung, sich täglich für 5 bis 20 Minuten in der Sonne aufzuhalten. Wichtig dabei: Die Handgelenke müssen unbedeckt sein. Nur wenn die UVB-Strahlung ungehindert auf die Haut trifft, läuft die Produktion auf Hochtouren.

Auch über die Ernährung kann man – wenn auch in geringem Maße – zu einer Versorgung mit Vitamin D beitragen. Menschen, die zu einer der genannten Risikogruppen gehören, sollten unbedingt Lebensmittel mit einem hohen Gehalt an Vitamin D auf ihren Speiseplan setzen. Dazu zählen beispielsweise:

  • fetter Seefisch wie Lachs, Aal oder Hering
  • Pilze
  • manche Käsesorten
  • Leber
  • Eier

Daneben lässt sich der Vitamin-D-Wert auch über Nahrungsergänzungsmittel und spezielle Vitamin-D-Tabletten auf einem guten Niveau halten. Hierfür gibt es ein breites Angebot an frei verkäuflichen Präparaten. Wichtig ist dabei: Die Dosierung darf nicht zu hoch sein. Als Empfehlung gelten 800 IE pro Tag (IE steht für „Internationale Einheit“), die Höchstgrenze liegt bei 4.000 IE für Erwachsene.

Die Supplementierung mit Vitamin D ist sinnvoll für alte und pflegebedürftige Menschen, Säuglinge und Menschen mit Nahrungsmittelunverträglichkeiten, die über die Nahrung kein Vitamin D aufnehmen können. Alle anderen müssen sich keine Sorgen machen; in der Regel nimmt man in den sonnenreichen Monaten genügend Vitamin D auf und speichert es, sodass es auch in Herbst und Winter zur Verfügung steht.

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