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Salz: Teufelszeug oder Himmelsgeschenk?

Salz

Achtung, dieses Thema polarisiert!

Trotzdem wollten wir wissen, was denn nun dran ist an Mythen und Sagen rund ums weiße Körnchen. Die Aufklärung über Salz gibt es heute im Ernährungshandbuch.

Das sagenumwobene Körnchen

Salz, das ist nicht bloß irgendein Gewürz. Manchmal erscheint es fast, als sei Salz die Königsklasse aller Aromen und ohne Salz jedes Essen fad.

Andererseits bringt es wiederum den Ruf mit, es sei direkt aus der Hölle aufgefahren. Als Gift für den Blutdruck wird es bezeichnet und davon abgeraten, zu salzig zu essen.

Ja, was denn nun?

Sagenumwoben war es wohl schon immer, seht euch alleine die unzähligen Sprichwörter an, die Salz beinhalten: Salz in die Wunde streuen, das Salz in der Suppe sein oder eine gesalzene Rechnung bekommen. Zum Einzug schenkt man klassisch nach wie vor Brot und Salz und zu Zeiten des Salzhandels war es sogar jahrhundertelang kostbarer als Gold.

Heute könnt ihr es in jedem Laden für ein paar Cent kaufen. Aber auch richtig viel Geld dort lassen, wenn ihr euch für eine der modernen Exklusivitäten aus Salz entscheidet. Von Himalayasalz bis zu Meersalzflocken wird in erlesenen Geschäften heute so manche Besonderheit verkauft.

Ein Hin und Her ist und bleibt sie also wohl, die Geschichte vom Salz. Höchste Zeit, einen Blick auf die nüchternen Fakten zu werfen.

Was ist Salz überhaupt?

Zunächst einmal sprechen wir in diesem Artikel immer von Speisesalz.

Die Natur kennt dieses in zwei verschiedenen Aggregatzuständen. Salz kommt sowohl in fester Form als Steinsalz vor, aber auch aufgelöst in Wasser. Dies wird dann als Meersalz bezeichnet, das erst nach langer Trocknung gewonnen werden kann.

Chemisch betrachtet handelt es sich beim Salz schlicht um eine Verbindung von Natrium und Chlor. Soweit die nüchternen Grundlagen.

Und die Mythen?

Braucht der Körper Salz?

Ja. Daran besteht absolut kein Zweifel, denn Salz ist für unseren Körper lebenswichtig.

Der Mineralstoff Salz reguliert den Flüssigkeits- und Mineralhaushalt des Körpers und spielt damit eine enorm große Rolle in unserem täglichen Leben. Auch beim Knochenaufbau, der Empfindsamkeit von Nerven und Muskeln oder der Verdauung ist Salz beteiligt.

Und weil unser Körper es nicht alleine herstellen kann, müssen wir es über die Nahrung zuführen. Wir brauchen Salz, daran führt kein Weg vorbei.

Wie viel Salz braucht der Körper?




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Hier sind wir schon beim großen „Aber“, denn auch wenn Salz enorm wichtig ist, müssen wir es keineswegs in Massen verzehren. Die empfohlene Menge für Erwachsene liegt zwischen fünf und sechs Gramm täglich, je nachdem ob wir die Deutsche Gesellschaft für Ernährung oder die Weltgesundheitsorganisation (WHO) als Quelle heranziehen möchten.

Die Realität sieht aber ganz anders aus. Deutsche Männer verzehren täglich rund 10 Gramm Speisesalz, Frauen nur geringfügig weniger. Also rund das Doppelte vom eigentlichen Bedarf!

Schadet Salz der Gesundheit?

Wie so oft im Leben macht die Dosis das Gift. Ein bisschen Salz ist nicht nur gut, sondern unabdingbar. Zu viel kann aber durchaus schädlich sein.

Das Bundesinstitut für Risikobewertung veröffentlichte schon vor einigen Jahren die Erkenntnis, dass weniger Salz im Essen den Blutdruck senken kann. Im Umkehrschluss kann ein zu hoher Salzkonsum Bluthochdruck fördern. Und dass dieser eine der größten Gefahrenquellen für lebensbedrohliche Herz-Kreislauf-Erkrankungen ist, ist heute wirklich überall bekannt.

Soll ich Salz mit oder ohne Jod verwenden?

Die Frage aller Fragen, wenn es um Salz geht. Wie ist es denn nun mit dem Jod?

Wenn ihr nicht gerade an einer Autoimmunerkrankung wie der Hashimoto Thyreoiditis, einer Erkrankung der Schilddrüse, leidet, spricht nichts gegen Jod im Salz. Im Gegenteil gab es in Deutschland viele Jahre lang zahlreiche Fälle von Jodmangel, die dann zu unschönen Folgen wie einer Kropfbildung durch Vergrößerung der Schilddrüse führen konnten.

Seit es vermehrt Jodsalz zu kaufen gibt, haben solche Krankheitsbilder deutlich abgenommen. Jod als wichtiges Spurenelement gehört also auf den Speiseplan. So zumindest sagen die einen.

Die anderen warnen vor den Gefahren einer Überdosierung, denn wie beim Salz im Allgemeinen, ist es auch beim Jod im Besonderen so, dass die Dosis das Gift macht. Gesunde Menschen sollten täglich rund 200 µg Jod verzehren, schwangere und stillende Frauen etwas mehr.

Das klingt viel, ist aber schnell erreicht, wenn ihr sehr salzhaltige Speisen auswählt. Diese müssen nicht einmal besonders salzig schmecken. Vor allem in verarbeiteten Fertiggerichten ist der Salzgehalt meist höher, als er ernährungsphysiologisch sinnvoll wäre.

Ist Meersalz gesünder?

Ob nun Meersalz, Himalayasalz oder feines Fleur de Sel: Im Grunde bleit Salz immer Salz. Aber auch hier gibt es Feinheiten, auf die ihr achten könnt.

Günstiges Siedesalz aus dem Supermarkt enthält oft chemische Zusätze, beispielsweise Rieselhilfen, die gegen das Verklumpen helfen sollen. Ob diese gesundheitlich bedenklich sind, ist nach wie vor umstritten, wirklich brauchen tut ihr sie aber nicht.

Werft also ruhig beim nächsten Einkauf einen Blick auf die Angaben auf der Verpackung. Wenn dort nur Salz steht, ist auch nur Salz drin. Steht dort aber auch Calciumcarbonat, Aluminiumsilikat, Siliziumdioxid oder Kieselsäure, wurden Rieselhilfen zugefügt.

Wie kann ich salzarm kochen?

Ganz verzichten solltet ihr auf Salz nun keineswegs. Angesichts der statistischen Verzehrmenge in Deutschland lohnt es sich aber vielleicht auch für euch, öfter dem Grundsatz „Weniger ist mehr“ zu folgen und ein bisschen dezenter zu salzen.

Klar gibt das Körnchen viel Geschmack, aber den kann man durchaus auch auf anderen Wegen erzielen. Kräuter und Gewürze haben enorm viel Aroma und machen die eine oder andere Prise Salz verzichtbar. Wacholderbeeren, Rosmarin, Liebstöckel, das auch als Maggikraut bekannt ist, Muskatnuss, und, und, und. Die Natur hält wesentlich mehr Aromen bereit als Salz und Pfeffer. Ausprobieren lautet hier die Devise.

Und euer Lieblingssalz?

Schwört ihr auf ein bestimmtes Salz? Oder nutzt ihr Salzalternativen? Jede Rückmeldung ist uns willkommen. Schreibt uns gerne einen Kommentar und teilt eure Erfahrung mit anderen.

Foto: Evgeny Atamanenko / shutterstock.com

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