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Giftige Pilze und erste Hilfe bei einer Pilzvergiftung

Pilzvergiftung

„Ein gemütlicher Waldspaziergang endet tödlich.“, so könnte die Headline einer Zeitung lauten. Alles hat mit ein paar entdeckten Pilzen begonnen, über die Zubereitung bis hin zum Tod.

Wie gefährlich sind Pilze eigentlich wirklich? Und welche Erste Hilfe Maßnahmen gibt es gegen eine Pilzvergiftung?

Erste Hilfe bei einer Pilzvergiftung

Meist treten die ersten Symptome einer Pilzvergiftung innerhalb weniger Minuten auf. Es kann allerdings je nach Art der Pilze auch mehrere Stunden dauern.

Anzeichen einer Vergiftung sind unteranderem Übelkeit, Benommenheit und Gleichgewichtsstörungen, starkes Schwitzen bis hin zu Schweißausbruch. Zudem in weiterer Folge Erbrechen, Durchfall sowie Fieber.

Schon beim kleinsten Verdacht solltet ihr die Giftnotrufzentrale kontaktieren, welche die Symptome einer Pilzvergiftung zuordnen kann. Bei schweren Anzeichen solltet ihr allerdings keine Zeit verlieren und sofort Arzt und Rettung kontaktieren!

Da die Vergiftung durch Pilze Halluzinationen sowie Ohnmacht auslösen kann, ist die Fahrt mit dem Auto oder mit öffentlichen Verkehrsmitteln nicht ratsam. Auch solltet ihr weder Milch noch Alkohol bei einer Pilzvergiftung trinken.

Erbrochenes ist zwar ekelig, aber es hilft bei der Bestimmung der giftigen Pilze und unterstützt so eine rasche Therapie. Also aufheben und dem Arzt zur Analyse geben.

Welche Informationen benötigt ihr?

Auf folgende Fragen müsst ihr euch einstellen, wenn ihr Giftzentrale oder Arzt konsultiert:

  • Wie haben die Pilze ausgesehen, welche verzehrt wurden?
  • Wann und in welcher Menge wurden die Pilze gegessen?
  • Wie wurden die Pilze zubereitet und was wurde dazu getrunken?
  • Welche Symptome sind bereits aufgetreten?
  • Gibt es weitere Personen, welche vom selben Gericht gegessen haben?

Dies sind lediglich die wichtigsten Fragen, welche von großer Bedeutung für die Therapie sind. Je genauere Angaben ihr machen könnt, umso besser kann der Arzt die betroffene Person behandeln!

Verwechslung bei bekannten Pilzen

Es gibt tausende von verschiedenen Pilzen und eine Vielzahl von ihnen ist leider auch giftig; der Verzehr mancher Pilze kann sogar zum Tode führen. Bedauerlicherweise hat jeder genießbare Pilz auch einen ungenießbaren, meist giftigen Doppelgänger. Aus diesem Grund kommt es häufig zu sehr gefährlichen, in Extremfällen sogar tödlichen Verwechslungen.

Schon beim geringsten Zweifel solltet ihr einen Pilz daher nicht verzehren!

2009-05 Amanita phalloides crop.jpg

Von Amanita_phalloides_1.JPG: Archenzo derivative work: Ak ccm (talk) – Diese Datei wurde von diesem Werk abgeleitet: Amanita phalloides 1.JPG: , CC BY-SA 3.0, Link

In unseren Breiten gilt der grüne Knollenblätterpilz als der gefährlichste Pilz, da er häufig nicht nur mit dem Parasol, sondern auch mit dem Grüngefelderten Täubling sowie dem Champignon verwechselt wird. Ungefähr 80% der tödlichen Pilzvergiftungen gehen wortwörtlich auf seine Kappe. Die Gifte des grünen Knollenblätterpilzes greifen die Leber stark an und verursachen erst nach 6 bis 10 Stunden starkes Erbrechen. Schon die Menge eines einzelnen Pilzes ist dabei ausreichend, um einen Erwachsenen zu töten.

2011-10-11 Hygrophoropsis aurantiaca crop.jpg

Von Hygrophoropsis_aurantiaca_anglars.jpg: Bubulcus derivative work: Ak ccm – Diese Datei wurde von diesem Werk abgeleitet: Hygrophoropsis aurantiaca anglars.jpg: , CC BY 3.0, Link

Selbst der zweitbeliebteste Pilz, der Eierschwamm (Pfifferling), welcher eine glatte Hutoberfläche besitzt, hat einen ungenießbarer Doppelgänger: Dies ist der falsche Pfifferling, wobei dessen Hutoberfläche samtig und filzig ist.

2006-09-14 Tylopilus felleus crop.jpg

Von Tylopilus_felleus_060914c.jpg: bernd gliwa derivative work: Ak ccm – Diese Datei wurde von diesem Werk abgeleitet: Tylopilus felleus 060914c.jpg: , CC BY-SA 2.5, Link

Auch beim genießbaren und überaus schmackhaften Steinpilz gibt es ein ungenießbares Pendant: Der Gallenröhrling mit seinem bitteren Geschmack.

Schwermetalle, Radioaktivität und der Verzehr von Pilzen

Pilze speichern Schwermetall besonders stark, wobei die höchste Konzentration in den Lamellen und Röhren auftritt. Dabei weisen, mit Ausnahme von Zuchtpilzen, fast alle beliebten Pilze eine gesundheitlich bedenkliche Konzentration an Quecksilber, Blei, Cadmium, Thallium und weiteren Schwermetallen aus. Vor allem Champignons, Steinpilze, Parasol und Eierschwammerl solltet ihr daher meiden.

Hinsichtlich der Radioaktivität könnt ihr Pilze bei einer üblichen Mengenaufnahme von maximal 250 Gramm pro Woche unbedenklich essen.


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