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Gesundes Wissen: Herzinfarkt-Risiko mit Fischöl senken?

Fischöl Herzinfarkt

In den 80er Jahren kamen die ersten wissenschaftlichen Berichte auf, nach denen der reichliche Verzehr von Fisch sich positiv auf die Herzgesundheit der Menschen auswirken könnte.

Erstmals machten Wissenschaftler bei den Inuit in Nord-Kanada diese Beobachtung und stellten fest, dass diese indigene Bevölkerungsgruppe viel seltener an Herzerkrankungen und Herzinfarkt litt als andere Teile der Bevölkerung. Kurz darauf wurden auch in anderen Teilen der Welt ähnliche Beobachtungen gemacht.

Und immer korrelierte die überdurchschnittliche Herzgesundheit mit einem hohen Fischkonsum der untersuchten Bevölkerung. Es war also naheliegend anzunehmen, dass im Fisch Nahrungsbestandteile enthalten sein müssten, die sich nach Verzehr Herz schützend auswirken würden. Die Wahl fiel auf das Fischöl und die darin enthaltenen Omega-3-Fettsäuren.

Fischöl enthält herzschützende Fettsäuren

Demzufolge wurden in den letzten Jahrzehnten große wissenschaftliche Anstrengungen unternommen, die herzschützenden Eigenschaften von Fischöl und Omega-3-Fettsäuren im Detail nachzuweisen und leicht umsetzbare Präventionskonzepte mit Fischöl-Kapseln zu entwickeln.

Die von Epidemiologen durchgeführten beobachtenden Studien zeigen glasklare Korrelationen zwischen der Menge des wöchentlich auf dem Speiseplan verzehrten fetten Fisches und dem parallel dazu abnehmenden Risiko für Herzinfarkt, Schlaganfall und Co.

Nun ist es nicht das Ziel eines Jeden, wöchentlich so viel Fisch zu essen, dass sich das positiv auf die Herzgesundheit auswirken könnte. Wir reden immerhin von etwa 2mal 300 g pro Woche.

Zudem ist gerade fetter Fisch mit viel Omega-3-Fettsäuren wegen seiner potenziellen Belastung mit Schwermetallen und Giftstoffen in größeren Mengen nicht immer empfehlenswert. Es wurde deshalb Fischöl aufgereinigt und in Kapseln verpackt, um es als leicht zu schluckender Fischersatz zu verwenden.

Studienergebnisse sehr unterschiedlich

Mit solchen Fischöl-Kapseln wurden in der Folge auch wissenschaftliche Studien nach dem Prinzip von Arzneimittelstudien durchgeführt, um ihren herzschützenden Effekt sicher nachzuweisen. Leider mit unterschiedlichen und häufig sehr enttäuschenden Ergebnissen.

Vielfach konnte in den großen Studien gar kein Herzschutz nachgewiesen werden oder er war nur sehr gering ausgeprägt. In anderen Studien wiederum gelang es, mit Fischöl Herzinfarkt, Schlaganfall und Co. zu verhindern.

Was könnten die Ursachen für die so unterschiedlichen Ergebnisse sein, waren doch die Studien meist sauber nach anerkannten wissenschaftlichen Regeln durchgeführt?

Auszuschließen ist eine generelle Wirkungslosigkeit von Fischöl, auch wenn man sicher nicht direkt von den Ergebnissen der beobachtenden Studien zum Fischkonsum auf die Ergebnisse von Interventionsstudien mit Fischöl-Kapseln schließen kann. Dazu sind die Studienansätze zu unterschiedlich. Es gibt aber genügend wissenschaftliche Studien, die auf biochemisch experimenteller Ebene die Wirksamkeit des Öls und seiner Bestandteile belegen.

Fischöl-Kapseln richtig anwenden

Die enttäuschenden Ergebnisse mit Fischöl-Kapseln könnten also mit der Darreichungsform, deren Aufbereitung und Anwendung in Zusammenhang stehen. Hier einige Erklärungsversuche und Anwendungstipps.

Auf die richtige Menge achten

Für eine wirksame Kardioprotektion sind mindestens 2g Omega-3-Fettsäuren (eher mehr) pro Tag erforderlich. Das entspricht bezogen auf eine gängige Kapselzubereitung 6-8 und mehr Kapseln täglich. Wer nicht so viele Kapseln schlucken möchte, kann auf trinkfertige Öle zurückgreifen.

Auf die Art der Einnahme achten

Fischöle haben auf „nüchternen“ Magen eingenommen eine schlechte Bioverfügbarkeit. Die Aufnahme der Öle kann deutlich erhöht werden, wenn sie zu einer fettreichen Mahlzeit geschluckt werden. Auch Salatöle erhöhen die Bioverfügbarkeit von Fischöl.

Vor Oxidation schützen

Omega-3-Fettsäuren, nicht nur die aus Fischölen, sondern auch solche aus Salatölen, werden leicht durch Oxidation zerstört und verlieren ihre Wirksamkeit. In der Natur wird die Oxidation der Omega-3-Fettsäuren durch natürliche Antioxidantien verhindert. Durch den Reinigungsprozess werden diese jedoch häufig aus den Ölen entfernt.

Deshalb ist es sinnvoll, gereinigtes Fischöl gleichzeitig mit möglichst naturbelassenen Salatölen zu verwenden. Das hilft, die oxidative Zerstörung der Omega-3-Fettsäuren zu verhindern. Außerdem wird dadurch wie schon erwähnt die Bioverfügbarkeit des Fischöls erhöht.

Ausdauer beweisen

Der Verzehr von Fischen oder Fischöl macht sich nicht sofort positiv auf die Gesundheit bemerkbar. Beschreiben doch die grundlegenden epidemiologischen Studien Gesundheitseffekte, die auf einen kulturell bedingten langjährigen Fischkonsum zurückzuführen sind.

Für den Anwender von Fischöl bedeutet dies Geduld und Ausdauer aufzubringen, bis sich eine Minderung des Herz-Kreislaufrisikos messbar einstellt.

Fazit

Fischliebhaber werden mit der Chance auf mehr Herzgesundheit belohnt. So können die Ergebnisse zahlreicher epidemiologischer Studien auf einen Nenner gebracht werden.

Wer keinen Fisch mag und diesen durch Fischöl-Kapseln ersetzt, kann nicht auf so klare Studienergebnisse zur Unterstützung für sein Tun verweisen. Einige Studien zeigen einen herzschützenden Effekt, viele andere nicht.

Um die Wahrscheinlichkeit zu erhöhen, dass auch Fischöl den erhofften herzschützenden Effekt zeigt, solltet ihr daher den täglichen Verzehr hinsichtlich Menge, Einnahme und Anwendungsdauer optimieren.

Nährwertangaben von Fischöl

100 Gramm Fischöl enthalten:

Kalorien 902 kcal
Fettgehalt 100 g
Lipide
Gesättigte Fettsäuren 21,29 g
Einfach ungesättigte Fettsäuren 56,564 g
Mehrfach ungesättigte Fettsäuren 15,604 g
Cholesterin 766 mg
Quellen: USDA
Fischöl Herzinfarkt

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