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Trend-Thema Kakaozeremonie: Was es mit “zeremoniellem Kakao” auf sich hat & wie er sich von normalem Kakao unterscheidet

Kakao, Kakaozeremonie, zeremonieller Kakao
Gastbeitrag von Jonas Wind

Kakao ist nichts Neues. Anders als viele Pülverchen, Kräuterchen und Urwald-Tees, die sich immer mal wieder einen Platz im Rampenlicht der Konsumwelt erkämpfen, ist Kakao ein alteingesessener Stammgast in unserer Ernährung. Was kann daran bitte neu sein?

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So ziemlich alles, wenn man den Trend des “zeremoniellen Kakaos” einmal genauer unter die Lupe nimmt.

Kakaozeremonien sind im Trend

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Seit einigen Jahren sprießt das Phänomen der Kakaozeremonien überall auf der Welt aus dem Boden. Wie viele Trends, findet auch dieser vor allem in den Großstädten Kaliforniens großen Anklang, hat sich dort fest verankert und erobert von dort aus langsam aber sicher die Welt. Kakaozeremonien gibt es mittlerweile auch in Hamburg, in München, Köln, Berlin, ja sogar in den kleineren Städten der Bundesrepublik.

Doch was ist eine Kakaozeremonie und warum sind diese Events so beliebt?

Was ist eine Kakaozeremonie?

Im Grunde genommen kommen bei einer Kakaozeremonie ein paar Menschen mit der Absicht zusammen, sich achtsam zu begegnen. Solche Zeremonien gibt es in allerhand Färbungen, mit Tanz, Gesang, Meditation, Yoga und Atemübungen – doch eines passiert auf jeder Kakaozeremonie: der gemeinsame Genuss von Kakao in seiner ursprünglichsten Form natürlich.

Was hat es mit dem Kakao auf sich und warum passt er so gut zu der globalen Achtsamkeitsbewegung, die die mentale Gesundheit von so vielen Millionen Menschen positiv beeinflusst?

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Kakao ist viel mehr als ein bitteres, braunes Pulver

Wie bei einer alten Computer-Festplatte müssen wir eigentlich alles löschen, was wir über Kakao vermeintlich wissen.

Du denkst vielleicht, Kakao ist ein bitteres, braunes Pulver, das in jeden Marmorkuchen gehört und beim Bäcker um die Ecke über den Cappuccino gestreut wird?

Falsch. Kakao ist viel, viel mehr als das.

Zeremonieller Kakao heißt im Fachjargon “Kakaomasse” und ist der Rohstoff für Schokolade

“Zeremonieller Kakao” oder Kakaomasse, wie das Produkt im Fachjargon der Schokoladenindustrie genannt wird, ist die natürlichste Art und Weise, Kakao zu konsumieren.

Die Kakaomasse wird aus ganzen Kakaobohnen hergestellt, die meistens schonend geröstet werden und zwischen großen Steinwalzen immer feiner gemahlen werden, bis sie sich in so winzig kleine Partikel verwandelt haben, dass sie eine einheitliche Masse ergeben. Ein bisschen so wie bei Erdnussbutter oder Mandelmus.

Die Kakaomasse besteht sozusagen aus gemahlenen Kakaobohnen, 100% pur, ohne jegliche Zusätze.

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Kakaopulver ist oft ein Nebenprodukt der Kakaobuttergewinnung und ist stark verarbeitet

Kakaopulver wiederum ist meistens nur ein Nebenprodukt aus der Kakaobutter-Gewinnung. Die Kakaobutter wird auf dem Weltmarkt teuer an die Kosmetikindustrie verkauft. Um die Kakaobutter aus der Kakaomasse zu gewinnen, wird die Kakaomasse mit starkem Druck erhitzt, sodass die darin enthaltene Kakaobutter flüssig wird und für den Weiterverkauf abgeführt wird. Zurück bleibt das “stark entölte” oder “schwach entölte” Kakaopulver.

In der Schokoladenindustrie werden Kakaobutter und Kakaopulver getrennt voneinander eingekauft und in riesigen Maschinen gemeinsam mit Zucker, Emulgatoren, Milchpulver und Aromastoffen zu der Schokolade vermengt, die wir im Supermarktregal finden.

Schokolade als süßen Snack gibt es erst seit der Industrialisierung

Diese Art und Weise, mit Kakao umzugehen, ist ein Resultat aus der Industrialisierung. Der teure Rohstoff Kakao sollte in einer Zeit großer Armut so vielen Menschen wie möglich zugänglich gemacht werden. Dadurch nahm die Qualität des Rohstoffes und der Endprodukte allerdings auch von Jahrzehnt zu Jahrzehnt ab…

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Davor wurde “Schokolade” aus Kakaomasse und Wasser als Getränk zubereitet

Kakao war einst das edelste Getränk der europäischen Elite. Einflussreiche Dichter & Denker wie Goethe oder Alexander von Humboldt trafen sich in den damals beliebten Schokoladenhäusern, um gemeinsam dem Kakaogenuss zu frönen. Damals verstand man unter Schokolade noch das Getränk, denn die Süßigkeit fürs Supermarktregal war noch nicht erfunden.

Wegen ihrer anregenden Wirkung war diese “Schokolade” das beliebteste Heißgetränk der kreativen Elite Europas

Der Schokolade wurden damals allerhand wundersame Wirkungen unterstellt. So soll sie aufputschend gewirkt haben, die kreativen Geister beflügelt haben, ja manch einer hat sie sogar als aphrodisierend gelobt.

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Goethe selbst soll sogar gesagt haben, dass ihm ohne seine Schokolade das Schreiben schwer fiel. Wäre Weltliteratur wie der Faust ohne Kakao vielleicht nie entstanden? Wären sie anders? Wir werden es wohl nie erfahren…

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Doch wo finden wir diese Wirkung in heutiger Schokolade?

Heutzutage ist von dieser Wirkung in haushaltsüblicher Schokolade in jedem Fall so gut wie keine Spur mehr zu finden. Das hat mehrere Gründe:

95% der weltweiten Kakaoproduktion stammen von Kakaosorten, die auf hohe Erträge gezüchtet wurden

Zum einen stammen 95% der heutigen Kakaoproduktion von sogenanntem “Massenkakao”, der extra für hohe Erträge gezüchtet wurde und in dem nachweislich deutlich weniger Stimulanzien wie z.B. Phenylethylamin (PEA) enthalten sind als in manchen anderen Kakaosorten, die den verbleibenden 5% der “Edelkakaosorten” zugeordnet werden

Dieser “Massenkakao” wird überwiegend auf riesigen Plantagen in Monokulturen angebaut – verheerend für die Umwelt und die Qualität des Kakaos

Zum anderen ist dieser “Massenkakao” nicht nur genetisch anders, sondern wird überwiegend in Monokulturen angebaut, wo er möglichst schnell Erträge erzielen soll.

Es ist längst kein Geheimnis mehr, dass Agrarprodukte der heutigen Zeit deutlich weniger Mineralien, Nährstoffe und Vitamine enthalten als noch vor 50 Jahren. Landläufig wird oft gesagt, dass wir heutzutage drei Äpfel essen müssen, um das Nährstoff-Äquivalent von einem Apfel aus dem Garten unserer Urgroßeltern zu uns zu nehmen. Warum sollte es sich beim Kakao anders verhalten?

Nur 5% der Kakaoproduktion stammt von Sorten, die als “Edelkakao” bezeichnet werden

Selbst die übrigen 5% der Weltkakaoproduktion, die genetisch den Edelkakaosorten zugeordnet werden, werden zum Teil in riesigen Monokulturen angebaut – Kakaobaum neben Kakaobaum neben Kakaobaum. Nur ein Bruchteil selbst dieser Edelkakaosorten stammt aus naturbelassenem Anbau, aus Permakulturen oder wird sogar wild geerntet.

Gleichzeitig wurde im Zuge einer Studie bei manchen Kakaosorten aus naturbelassenem Anbau bis zu sechsmal so viel Phenylethylamin nachgewiesen wie in anderen (1).

Das klingt für den Laien erstmal kompliziert – heißt aber nichts anderes, als dass manche Kakaosorten, die schonend angebaut werden, viel potenter wirken als die übrigen 95%-99% des Kakaos, der im Umlauf ist.

“Zeremonieller Kakao” ist also genau das: 100% purer Edelkakao

Dieser potente, ursprüngliche Kakao ist genau der Kakao, der es vor ein paar hundert Jahren auf den ersten Schiffen der europäischen Kolonialherren von Südamerika nach Europa schaffte. Aus ihm wurde die “Schokolade” zubereitet, die den Dichtern und Denkern der Renaissance als Inspiration und als geistiger Treibstoff diente. Das ist auch der Kakao, der heute wieder auf Kakaozeremonien konsumiert wird.

Guten Kakao kann man mit gutem Kaffee vergleichen: Es liegen Welten zwischen den Qualitätsstufen

Wer das erste Mal solchen Kakao trinkt, dem muss es gehen wie jemandem, der bis jetzt nur Instant-Kaffee mit Zucker und Magermilchpulver kannte – und auf einmal einen frisch gerösteten, frisch gemahlenen Bohnenkaffee der Spitzenklasse vorgesetzt bekommt.

Es ist irgendwie das gleiche Ursprungsprodukt. Aber irgendwie auch etwas komplett Anderes.

Lust zu probieren?

Ihr habt jetzt richtig Lust den zeremoniellen Kakao zu probieren? Kein Problem:

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Der Autor

Jonas WindJonas Wind ist junger Kakao-Unternehmer, jedes Mal aufs Neue begeistert von seiner Berufsbezeichnung und prophezeit der Kakaokowelt eine ähnliche Entwicklung wie der Kaffeewelt. Qualität im Einkauf, stabile Handelsbeziehungen, ein schonendes Röstprofil sowie kurze Lagerzeiten sind seiner Meinung nach ausschlaggebend für ein umwerfendes Kakaoerlebnis.

Mit seiner jungen Marke Moruga Cacao versucht er genau das umzusetzen. Zu seinen Kunden zählen Yogalehrerinnen, Heilerinnen und zunehmend mehr Menschen, die eine stressfreie Alternative zu Kaffee suchen.

Zitierte Studie:

(1) “Influence of roasting conditions on the biogenic amine content in cocoa beans of different Theobroma cacao cultivars”:  https://www.sciencedirect.com/science/article/abs/pii/S0963996913005802

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Fotos: Moruga Cacao
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