Genuss & Sünde
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Ist Rotwein wirklich gut fürs Herz?

Rotwein

Schon die Oma setzte auf ein Glas Rotwein am Abend, weil es gut fürs Herz sein soll.

Ist da wirklich was dran? Und was ist eigentlich mit Weißwein? Wir klären auf!

Ein guter Tropfen fürs Herz – oder zwei?

Gerade über die Frage, ob Wein wirklich gut fürs Herz ist, herrscht Uneinigkeit in Fachkreisen. Zumindest, was eine generelle Aussage dazu angeht. Denn grundsätzlich besitzt Wein, vor allem der mit der Schale vergorene Rotwein, viele wertvolle Antioxidantien. Schon mal ein Vorteil für den guten Tropfen, oder?

Nicht unbedingt, denn nur in Maßen statt in Massen, kann Wein vor Herzerkrankungen schützen. Im Überfluss genossen bleibt Alkohol weiterhin eher bedenklich als empfehlenswert. Ein kleines Glas pro Tag ist also völlig in Ordnung, mehr bringt der Gesundheit keinen größeren Nutzen und schlägt irgendwann sogar ins Gegenteil um.

Zauberwort Resveratrol

2014 erschien eine Studie in Baltimore, die keinerlei Hinweise auf für das Herz nützliche Wirkmechanismen des Rotweins bestätigen konnte. Zwei Jahre später wiederum widerlegten chinesische Forscher dies.

Positiv am Wein sei vor allem der enthaltene Stoff Resveratrol, so die Meinung der Wissenschaftler. Und dieser kommt überwiegend in der Schale blauer Trauben vor, also deutlich konzentrierter im Rot- als im Weißwein.




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Aber was ist das nun eigentlich für ein Stoff? Ein pflanzliches Antioxidans, das als entzündungshemmend und sogar verjüngend gilt. Denn Resveratrol soll die Aktivität bestimmter positiver Gene erhöhen und gleichzeitig die Bildung von TMAO (Trimethylamin-N-Oxid) im Darm reduzieren. TMAO gilt als einer der Hauptverursacher für Arterienverkalkungen, also auch als Risikofaktor für Herzerkrankungen. Der Bogen zum angeblich herzgesunden Rotwein ist gespannt. Aber überzeugt trotzdem nicht bis ins letzte Detail.

Blutdruckrisiko Rotwein?

Resveratrol ist ein durchaus positiver Stoff, keine Frage. Doch bringen Rot- und Weißwein noch weitere Bestandteile mit. Zum Beispiel Alkohol, der ja eher einen schlechten Ruf in puncto gesunde Ernährung innehat. Tatsächlich kann Alkohol sogar den Blutdruck steigern.

Komplett erforscht ist auch dieser Vorgang noch nicht, jedoch soll der Genuss von Alkohol zu einer höheren Aktivität des Sympathikus im Hirn führen, der daraufhin die Herzfrequenz erhöht und blutdrucksteigernde Hormone ausschüttet. Bis zu 7 mm Hg systolisch und 5 mm Hg diastolisch kann diese Erhöhung betragen. Dass Bluthochdruck am Ende alles andere als förderlich für ein gesundes Herz ist, ist längst bekannt.

Maßvoller Genuss und Alternativen

Am Ende verhält es sich mit dem Rotwein wie mit so vielen anderen Dingen auch. In Maßen genossen ist der gute Tropfen völlig in Ordnung, übertreiben solltest du es aber nicht. Und du musst auch nicht damit anfangen, Rotwein zu trinken, nur um an das gute Resveratrol zu kommen.

Dunkle Schokolade und Erdnüsse beispielsweise enthalten es auch, wenn auch in deutlich geringeren Mengen. Dafür sind sie alkoholfrei und vielleicht hin und wieder auch für dich eine Überlegung wert?

Foto: Karolina Grabowska / kaboompics.com

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