Nachhaltige Ernährung
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Was macht eigentlich ein Ernährungsrat?

Ernährungsrat, Food Policy Council

Einst eine studentische Initiative, heute vielleicht die Zukunft von Ernährungsdiskussionen in der Politik? Was machen, wollen und können Ernährungsräte eigentlich genau?

Wir setzen dich ins Bild!

Kehrtwende in Sachen Ernährungspolitik

Ernährung rückt in Zeiten von CETA und TTIP immer weiter vom Verbraucher weg. Die Zeit der Selbstversorgung mittels eigener Landwirtschaft ist eine gefühlte Ewigkeit her, die regionale Versorgung inzwischen leider ebenfalls. Und wenn wir über TTIP und CETA diskutieren, heben wir auch die Diskussion um Ernährung mehrerer Bevölkerungen auf eine neue Stufe.

Genau das möchten Ernährungsräte nicht und fordern eine Umkehr zu kommunaler Verantwortung und vor allem guter Informationspolitik rund ums Thema Ernährung. 1982 als studentische Initiative im amerikanischen Knoxville gegründet, breitete sich das Konzept der Ernährungsräte oder Food Policy Councils, wie sie dort genannt wurden, schnell in ganz Nordamerika aus.

Nach Europa folgte der Sprung erst 2005, zunächst nach Großbritannien. Seit 2016 ist nun auch der erste deutsche Ernährungsrat aktiv. Zunächst in Köln, seit April 2016 auch in Berlin. Doch was tun diese Ernährungsräte nun eigentlich konkret?

Gebündelte Kraft für ein neues Ernährungssystem

In einem Ernährungsrat schließen sich Akteure verschiedener Bereiche zusammen. Zum einen Vertreter des Ernährungssystems selbst, aber auch Verantwortliche aus Wirtschaft, Sozial- und Umweltbereich und aktive Bürger.

Gemeinsames Ziel ist die Implementierung eines neuen, nachhaltigen und ökologischen Ernährungssystems auf kommunaler Ebene. Denn dass die derzeitigen Zustände sich mehr und mehr zuspitzen werden und am Ende in eine Sackgasse führen, scheint für die Ernährungsräte glasklar.

Genmanipuliertes Saatgut, Massentierhaltung, Monokulturen – all das steht hier auf der Agenda der dringend zu ändernden Zustände. Stattdessen fordern die Ernährungsräte das ganze Thema Landwirtschaft und Essen wieder nah an den Endverbraucher zu bringen, diesen in Kenntnis über Produktionsprozesse und über soziale Benachteiligung aufgrund der aktuell vorherrschenden Zustände zu setzen.

Nachhaltigkeit als Ziel, regionales Wirtschaften und verantwortungsvolle Ernährung ohne Wenn und Aber – genau das verfolgen Ernährungsräte weltweit und nun auch in der Bundesrepublik.




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Vor der eigenen Tür beginnen – eine faire Welt fördern

Ernährungsräte arbeiten schrittweise, analysieren den Status quo, erarbeiten neue Strategien und möchten diese dann möglichst weitreichend umsetzen. Dabei zielt der neue Ansatz bewusst vor allem auf öffentliche Ernährungssysteme ab – Schulkantinen, Gemeinschaftsverpflegungen in sozialen Einrichtungen – genau hier muss die Umstellung beginnen, zunehmend auch politische Akteure mit ins Boot geholt werden.

Am Ende steht im besten Fall eine solide Verbindung zwischen Verbrauchern und den Erzeugern der jeweiligen Region. Um wieder zu wissen, was wir eigentlich essen, woher es kommt und unter welchen Bedingungen es erzeugt wurde.

Und unmittelbar daraus folgend auf lange Sicht auch soziale Gerechtigkeit für alle Menschen weltweit. Es geht den Ernährungsräten um mehr als Regionalität, letztlich ist es ein globaler Ansatz für mehr Verantwortung und Gerechtigkeit im riesengroßen Feld der Ernährungssysteme und -konzepte.

Mehr Informationen zum Thema Ernährungsrat

Mehr Infos zum Thema Ernährungsrat findet ihr hier:

Foto: Aaron Burden / unsplash.com

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